Seit Jahren ist die Wetterstation WMR 928 von Oregon Scientific eine Referenz im mittleren Preisbereich. Doch inzwischen ist sie etwas angestaubt. Mit der WMR200 kommt nun eine Nachfolgerin auf den Markt.
Wurden die positiven Punkte des Vorgängermodells übernommen und die Nachteile behoben? Mehr dazu in unserem ausführlichen Testbericht!
Die WMR200 erfasst in der Grundausstattung folgende Parameter:
Erweitert werden kann sie um einen UV-Index-Sensor und bis zu neun Thermo-Hygro-Sensoren.
Alles wird übersichtlich auf einem Touchscreen-Display dargestellt. Zusätzlich hat die WMR200 als erste Oregon Scientific-Station einen integrierten Datenlogger mit einer großen Speicherkapazität von 29 Tagen bei einem Aufzeichnungsintervall von einer Minute (mehr dazu weiter unten).
Die Wetterstation kann entweder als Kombisensor aufgebaut werden (ähnlich wie die WMR100), bei dem dann alle Sensoren mit Ausnahme des Regensensors an einer abgespannten Plastikstange (bei der WMR100 war es noch eine Eisenstange) befestigt werden können.
Die Windrichtung und die –geschwindigkeit werden in diesem Fall in 1,9 Metern Höhe und die Temperatur in etwa 1,5 Metern gemessen.
Unterstützt werden die Batterien der Sensoren für Temperatur / Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit / -richtung von einem Solarpaneel. Der Aufbau erfolgt hierbei unproblematisch.
Alternativ kann man die Sensoren aber auch getrennt aufbauen. So ist es möglich, den Windmesser nach WMO-Norm in zehn Metern Höhe und die Temperatur und Luftfeuchte in zwei Metern zu installieren. In diesem Fall kann das Solarpaneel aber nur noch einen Sensor unterstützen. Der Regenmesser muss in jedem Fall separat aufgebaut werden.
Die Innentemperatur und Innenluftfeuchte werden alle acht Sekunden gemessen und haben eine Auflösung von 0,1 °C bzw. von 1 %. Dabei sind im Vergleich zur Referenzstation keine ungewöhnlichen Abweichungen aufgefallen.
Der
Außensensor für Temperatur und
Luftfeuchte hat die gleiche Auflösung und
überträgt alle 52 Sekunden die Daten
an die Basisstation. Die mittleren Abweichungen zu einer Vantage Pro 2
waren
bei der Temperatur lediglich 0,2 K und 2 %-Punkte.
Meist wurden keine
oder nur
sehr geringe Abweichungen gemessen, was positiv überrascht
festgestellt
wurde. Bei höherer solarer Einstrahlung wichen die Werte
allerdings etwas
stärker ab.
Deshalb sollte der Sensor, der eigentlich
strahlungsgeschützt
konstruiert sein soll, eher in einer Schattenlage angebracht werden,
was dann
wiederum nicht mehr nach WMO-Norm ist. Vielleicht kann man sich
hierfür eine
kleine Wetterhütte bauen.
Der Luftdruck hat eine Auflösung von 1 hPa und kann mit Hilfe der Höhenangabe (auf 10 Metern genau) auf Meeresniveau reduziert werden. Zeitweise wichen im Test die Luftdruckwerte bis zu 2 hPa von der Referenzstation ab. In den meisten Fällen zeigte die Station aber den korrekten Luftdruck an.
Die Winddaten werden alle 14 Sekunden an die Konsole übertragen, wobei die Windrichtung eine Genauigkeit von 22,5 ° hat. Für die Windgeschwindigkeit gibt der Hersteller an, dass die Genauigkeit zwischen 2 und 10 m/s +/- 3 m/s liegt und ab 10 m/s ungefähr bei +/- 10 %. Erfreulicherweise konnten wir in unserem Test feststellen, dass die Station auch die Windböen zwischen den 14 Sekunden erfasst.
Der Regenmesser hat leider weiterhin nur eine Auflösung von etwa 1,1 mm, was viel zu ungenau ist.
Auf dem Display wird oben links der Luftdruck angezeigt. Dabei kann man sich auch noch mal die Werte der letzten 24 Stunden durchsehen. Das Gleiche gilt für die Regenmenge, die direkt darunter zu finden ist. Denn auch hier sind die Stundenwerte der vergangenen 24 Stunden abrufbar.
Außerdem liefert das Touchscreen-Display die Regenrate, den Gesamtniederschlag und die Regenmenge der letzten 24 Stunden. Beim UV-Index, der mit Hilfe eines Zusatzsensors ermittelt werden kann, kann man sich ebenfalls die Stundenwerte der letzten 24 Stunden unten links anzeigen lassen. Standardmäßig wird der aktuelle UV-Index angezeigt.
In der Mitte des Displays wird auf der Grundlage der Luftdrucktendenz eine einfache Wettervorhersage ermittelt, die mit Hilfe von sieben Animationen dargestellt wird. Darunter werden die Außentemperatur und die Außenluftfeuchte angezeigt. Bis zu zehn Sensoren können hier gleichzeitig betrieben werden.
Noch weiter unten sind die Innentemperatur und –feuchte zu finden. Neben der aktuellen Temperatur und der relativen Luftfeuchte können jeweils auch noch Hitzeindex und Taupunkttemperatur abgerufen werden. Außerdem haben alle Parameter einen kleinen Tendenzpfeil, der die aktuelle Entwicklung des Wertes anzeigt.
Unten ist Platz für die Funkuhr, wo wahlweise auch das Datum stehen kann, und die Mondphase. Ebenfalls kann man hier abrufen, wie viel Speicher der Datenlogger noch besitzt. Rechts oben ist alles zum Wind zu finden, der entweder als Böen oder als Mittelwind angezeigt werden kann. Eine Windrose stellt die aktuelle Windrichtung dar. Außerdem wird hier ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit die Windchilltemperatur angezeigt.
Rechts unten findet man ein Balkendiagramm, das entweder den Verlauf der Luftdrucks, des Regens oder des UV-Indexes mit Hilfe von sechs Balken anzeigen kann. Bei allen Parametern kann man die Extremwerte abrufen, die allerdings nicht automatisch zu einer bestimmten Zeit zurückgesetzt werden, sondern manuell zurückgesetzt werden müssten, wenn man dies wünscht. Alle Zusatzsensoren haben eine Batterieanzeige, die einen über einen nötigen Batteriewechsel informiert.
Bei widrigen Lichtverhältnissen soll ein dunkelblaues Hintergrundlicht zur besseren Ablesbarkeit beitragen. Doch leider ist das Licht etwas zu dunkel, sodass der Kontrast nicht optimal ist. Immerhin kann man die Hintergrundbeleuchtung entweder auf Dauerlicht oder auf acht Sekunden Beleuchtung nach Berühren des Displays einstellen.
Um die Aufnahme von fremden Sensoren zu verhindern, sucht die Station nach einem Reset nur nach bereits registrierten oder innerhalb der letzten 30 Minuten zurückgesetzten Sensoren.
Die Zusatzsensoren für Temperatur und Luftfeuchte können auch im automatischen Durchlauf angezeigt werden. Unglücklicherweise werden dabei auch die Kanäle angezeigt, die nicht belegt sind. Somit tauchen bei nicht voller Belegung der Zusatzsensoren zwischendurch auch immer wieder Striche in der Anzeige auf. Es kann aber auch ganz normal ein fester Sensor angezeigt werden.
Bei der Station können außerdem verschiedene Wetteralarme und eine Weckzeit eingestellt werden. So kann man sich beispielsweise warnen lassen, wenn die Temperatur unter einen bestimmte Marke fällt oder die Regenrate plötzlich einen sehr hohen Wert erreicht.
Immer wieder eine Schwachstelle bei bisherigen Oregon Scientific-Stationen war die PC-Anbindung, da die Stationen grundsätzlich nicht mit einem Datenlogger ausgestattet waren. Das hat sich mit der WMR200 geändert, denn diese besitzt einen integrierten Datenlogger, der das Ausschalten des PCs auch möglich machen soll, während weiterhin die Wetterdaten aufgezeichnet werden.
Bei einigen Wetterstationen wurde am Anfang vergessen, eine CD mit einem Auswerteprogramm beizulegen. Mittlerweile wird die Station aber mit einer Software-CD ausgeliefert, auf der man eine "Basis Version" von WeatherDisplay findet. Mit dieser Version klappt das Auslesen des Datenloggers und auch der Aufzeichnungsbetrieb mit der Station fehlerfrei.
Allerdings dauerte das Auslesen des Loggers verhältnismäßig lange. Gut zwei Stunden benötigte WeatherDisplay zum Auslesen der Wetterdaten von zehn Tagen, die im Minutenintervall aufgezeichnet wurden.
Leider hat die mitgelieferte Version einige Einschränkungen. So können sämtliche Funktionen zum Veröffentlichen der Wetterdaten im Internet nicht genutzt werden. Aber mit der Vollversion von WeatherDisplay Ver 10.37h funktionierte das Auslesen des Datenloggers und die Aufzeichnung der Wetterdaten ebenfalls. Deshalb müsste man auf die Vollversion umsteigen, wenn man seine Wetterdaten veröffentlichen möchte.
Die Station liefert mit einer recht hohen Genauigkeit die wichtigsten Wetterparameter direkt auf das Display. Nur beim Regen könnte die Station eine höhere Auflösung haben. Ansonsten arbeitete die Station im Test zuverlässig und zufriedenstellend.
Der verhältnismäßig große Datenlogger kann viele Wetterdaten speichern, die man sich dann bequem auf den PC laden kann. Allerdings steht einem nur WeatherDisplay zur Auswertung zur Verfügung. Die mitgelieferte Version ist zudem eine eingeschränkte "Basis Version". Die anfänglichen Probleme mit fehlender Software im Karton und mangelhafter PC-Anbindung scheinen aber von Oregon Scientific gelöst worden zu sein.
Dennoch wäre es erfreulich, wenn Oregon Scientific auch anderen Auswerteprogrammen, wie WsWin, das Kommunikationsprotokoll zur Verfügung stellen würde.
Als Zusatzsensoren können noch neun weitere Temperatur- und Luftfeuchtesensoren eingesetzt werden, wo man zwischen dem Thermo-Hygro THGR800 (3-Kanal) oder dem Thermo-Hygro THGR810 (10-Kanal) wählen kann. Der 3-Kanal-Sensor kann natürlich nur für die ersten drei Zusatzkanäle eingesetzt werden. Als UV-Sensor kann der UVN800 eingesetzt werden. Grundsätzlich sind Sendeeinheiten mit dem Firmenlogo 3.0 mit der WMR200 kompatibel.
Hohe
Genauigkeit der
Messparameter:
Die
Abweichungen der Messwerte
von der Referenzstation (kontrollierte Vantage Pro 2) waren im
Vergleich zu
anderen Stationen minimal (Temperatur +/-0,2 K; Luftfeuchte +/- 2
%-Punkte;
Luftdruck: +/- 1 hPa), sodass man recht hochwertige Wetterdaten mit
dieser
Station ermitteln kann.
Windböenerfassung:
Ebenfalls
positiv zu erwähnen
ist das recht kleine Übertragungsintervall von 14 Sekunden
beim Wind. Außerdem
werden von dem Windsensor sogar die Böen zwischen den
Übertragungen ermittelt
und übertragen. Diese Böen werden laut Hersteller
auch im Datenlogger gespeichert.
Keine
Empfangsprobleme mit
den Sensoren:
Während
des Tests sind keine
Empfangsprobleme aufgetreten, während vergleichbar teure
Stationen unter den
gleichen Bedingungen schon häufiger mal Probleme bekommen
haben.
Der
Aufbau ist problemlos
und kann variiert werden:
Der
Aufbau als Kombisensor ist
problemlos und ohne zusätzliches Material
durchzuführen. Die eingesetzte
Plastikstange für den Kombisensor kann nicht rosten und
liefert somit eine
wetterfeste Lösung. Alternativ kann man aber auch die Sensoren
getrennt
anbringen.
Großer Datenlogger:
In
der Grundausstattung kann der Datenlogger der
Station Wetterdaten für 29 Tage speichern, wenn man im
Minutenintervall
aufzeichnet. Das ist verhältnismäßig lange.
Wenn man die Frequenz erhöht,
können die Daten entsprechend länger aufgezeichnet
werden. Bei einer
Speicherung, die alle fünf Minuten stattfindet, kann
für 145 Tage aufgezeichnet
werden. Allerdings ist zu bedenken, dass bei zusätzlichen
Sensoren die
Speicherdauer deutlich kürzer wird.
Nur mit WeatherDisplay PC-Auswertung möglich:
Die
Auswertung der Wetterdaten am PC kann lediglich
mit WeatherDisplay durchgeführt werden. Andere Programme
können die Station
nicht unterstützen, da ihnen das Kommunikationsprotokoll nicht
zur Verfügung
steht. Außerdem ist negativ zu bemerken, dass die
mitgelieferte Version von
WeatherDisplay lediglich eine eingeschränkte "Basis
Version" ist. Möchte man
seine Daten also auch im Internet präsentieren, muss man erst
noch die
Vollversion von WeatherDisplay kaufen.
Auflösung beim
Regenmesser:
Der
Regenmesser der Station
hat weiterhin nur eine Auflösung von gut einem Millimeter. Die
Konkurrenz
liefert meist Niederschlagsmesser mit einer Auflösung im
Bereich von 0,4
Millimetern aus.
Windows:
Weather Display
Linux und Mac OS X:
keine bekannt
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Funk mit 433 MHz
Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Luftdruck
Niederschlag
optional: UV-Index
Es können noch zehn zusätzliche Sensoren angeschlossen werden: Neun Thermo-Hygro-Sensoren und ein UV-Sensor.
Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: ja / USB
Der Windmesser mit Solarpaneelunterstützung:



Alles ist sturmsicher festgezurrt:
Die Wetterstation wird von WeatherDisplay zur PC-Anbindung unterstützt: