Wetterstationen.info Startseite - Impressum  

 
WMR 100

Die WMR 100 von Oregon Scientific ist die Antwort auf die neuen Stationen von ELV. Aber wie gut ist diese Antwort?

WMO-Fanatiker kommen nicht auf ihre Kosten:
Die WMR 100 ist schnell ausgepackt und auch in gleicher Zeit aufgebaut. Denn es ist fast alles mitgeliefert, was man für den Aufbau benötigt. Mit mehreren Stangen, einer Abspannung und ein paar Heringen kann man den Kombisensor für Temperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Windrichtung beispielsweise einfach mitten auf dem Rasen aufbauen. Dann wird alles in etwa eineinhalb Metern Höhe gemessen. Doch bei Windmessungen in so niedriger Höhe bekommen WMO-Fanatiker Bauchschmerzen, die aber ja in gewisser Weise berechtigt sind, denn wenn man schon misst, sollte es ja nicht gleich Mist sein. Also sucht man sich ein deutlich höheres Plätzchen, wie es auch als Alternative in der Anleitung steht, und schraubt dort den Kombisensor an eine Stange. Die Windmessung ist dann zwar deutlich besser, aber die Temperatur- und Luftfeuchtemessung wird nicht mehr in etwa zwei Metern Höhe, wie es ja eigentlich sein sollte, durchgeführt. Immerhin kann man den Regenmesser komplett wo anders aufbauen und normgerecht in einem Meter Höhe installieren.

Viele Erweiterungen möglich:
Standardmäßig misst die WMR 100 in ihrer Grundausstattung die Temperatur und die Luftfeuchte im Kombisensor strahlungsgeschützt, die Windgeschwindigkeit, die Windrichtung, die Niederschlagsmenge, den Luftdruck, die Innentemperatur und -feuchte. Die Auflösungen entsprechen bei Temperatur (0,1 °C), Luftfeuchte (1 %), Luftdruck (1 hPa) und Wind (1 ° / 0,1 km/h) den Standards in dieser Preisklasse. Beim Niederschlag kann die Station aber nur eine Auflösung von gut einem Millimeter nachweisen, was recht ungenau und zudem noch sehr fehlerbehaftet ist. Wenn ein Schauer beispielsweise nicht ganz die Wippe mit Wasser füllen kann und dann wieder längere Zeit kein Regen fällt, trocknet das Wasser allmählich aus und beim nächsten Regen muss die Wippe wieder erneut gefüllt werden. Dadurch misst der Regenmesser häufig zu niedrige Messwerte. Doch positiv zu erwähnen sind die vielen Erweiterungsmöglichkeiten der Station: Die WMR 100 kann nämlich mit bis zu zehn Sensoren betrieben werden. Dadurch kann man Temperaturen und Luftfeuchten an verschiedenen Standorten messen. Zudem kann ein UV-Sensor integriert werden.

Weitere Funktionen der Station:
Neben den Standardfunktionen für eine Funkuhr, bietet die Station die aktuelle Mondphase, eine einfache Wettervorhersage mit fünf Symbolen (Sonnig, Leicht bewölkt, Bewölkt, Regnerisch, Verschneit) und die Temperaturen und Feuchten mit Trendpfeilen und einer Komfortzone. Dazu wird ebenfalls der Taupunkt, die Windkühlung und der Hitzeindex berechnet. Desweiteren wird die Windgeschwindigkeit als Wert und mit einem Fahnensymbol mit fünf verschiedenen Stärken dargestellt. Die Windrichtung wird in einer Windrose angezeigt. Zudem wird der Luftdruck, der Regen und der UV-Index mit Hilfe von Verlaufsbalken dargestellt. Bei diesen drei Messparametern kann man zusätzlich den Wert von jeder Stunde der letzten 24 Stunden abrufen. Zu allen Messwerten sind natürlich auch die Extremwerte abrufbar. Als Wetteralarme kann man folgende Werte einstellen: Hohe / niedrige Temperaturen, Luftfeuchte und Taupunkte, hoher Hitzeindex, hohe Windböen,. niedrige gefühlte Temperatur, hoher UV-Index, Druckabfall und hohe Regenfallrate.

Über einen USB-Anschluss an den PC anschließen:
Mit Hilfe eines USB-Anschluss kann die WMR 100 auch an einen PC oder Laptop angeschlossen werden. Kostenlos dazu gibt es zum Download (Internet also vorausgesetzt) das Programm „Virtual Weather Station“. Das Programm benötigt als Betriebssystem mindestens Windows 98, als Prozessor mindestens einen Pentium II, mindestens 64 MB Arbeitsspeicher und noch mindestens 30 MB freien Speicherplatz auf der Festplatte. Die Station verfügt aber nicht über einen eigenen Speicher, sodass die kontinuierliche Wetterdatenaufzeichnung nur mit Hilfe einen PCs funktioniert, der 24 Stunden am Tag eingeschaltet ist.

Messgenauigkeit

Die Temperatur hatte durchschnittlich nur eine Abweichung von 0,1 °C gegenüber unser Referenzstation, wenn die Sonne nicht schien. Sobald sie aber schien, stieg die Abweichung auf durchschnittlich 1,3 °C an, obwohl wir nicht mal im Hochsommer, sondern im Spätwinter die Station getestet haben. Von daher ist zu erwarten, dass im Sommer die Abweichung noch größer sein wird. Der Strahlungsschutz bietet also keinen sehr guten Schutz.

Temperaturabweichung WMR 100

Die Feuchtigkeit neigte bei hohen Feuchten etwas erhöhte Werte anzuzeigen und bei trockener Luft eher zu niedrige Werte anzuzeigen. Bei niedrigen Feuchten liegen die Werte nicht mal mehr in dem vom Hersteller angegeben Rahmen von +/- 5 %.

Abweichung bei der Luftfeuchte

Der Luftdruck konnte nicht sehr genau eingestellt werden und zeigte deshalb durchschnittlich eine Abweichung von knapp 1 hPa an.

Kompatibilität

Unterstützt werden von der Station die Thermo-Hygrosensoren THGR800 (3-Kanal) und THGR810 (10-Kanal) sowie der UV-Sensor UVN800.

Stärken der Station

Für den Preis eine gute Ausstattung und Zuverlässigkeit:
Die WMR 100 ist mit der WS 500 zu vergleichen, nur dass die WMR 100 nicht die Helligkeit misst. Dafür ist sie mit knapp 200 € aber auch etwa 70 € günstiger als die vergleichbare WS 500. Zudem hatte die WMR 100 während der zweimonatigen Testphase keine technischen Schwächen gezeigt und lieferte mit einer sehr guten Funkverbindung zuverlässig die Wetterdaten.

Sehr starke Funkverbindung:
Die Funkverbindung zeigte keine Ausfälle und selbst bei zwei Wänden und einer Decke konnte das Funksignal sehr gut empfangen werden.

Superschneller Aufbau:
Dank des Kombisensors und den vielen mitgelieferten Aufbaumöglichkeiten ist die Station schnell aufgebaut. Lediglich für den Regenmesser muss eine geeignete waagerechte Befestigungsmöglichkeit gefunden werden. Genial ist auch die einfache Einstellung der richtigen Windrichtung mit Hilfe eines Drehrings.

Viele Zusatzsensoren können installiert werden:
Mit bis zu zehn Zusatzsensoren hat die Station viele Erweiterungsmöglichkeiten. So können neben insgesamt zehn Thermo-Hygro-Sensoren (plus Innensensor) auch ein UV-Sensor betrieben werden.

Hohe Messfrequenz beim Wind:
Die Windrichtung und Windgeschwindigkeit werden alle 14 Sekunden übertragen und alle anderen Werte komplett ausreichend mindestens einmal die Minute.

USB-Anschluss bietet schnellen Anschluss an den PC:
Mit Hilfe eines USB-Anschluss kann die Station schnell und problemlos mit dem PC verbunden werden.

Schwächen der Station

Ungenauigkeit beim Regenmesser:
Der Regenmesser hat mit einer Auflösung von gut einem Millimeter eine recht schlechte Auflösung und kann bei vergleichbaren Stationen nicht mithalten. Selbst bei der neusten Generation des Regenmessers hat sich Oregon noch nicht zu einer höheren Auflösung entschieden.

Kombisensor:
Kombisensoren haben den großen Nachteil, dass dem Stationsbesitzer wenig Freiheiten für den Aufbau gegeben werden. So muss die Temperatur immer in gleicher Höhe wie der Wind ermittelt werden.

Kein Datenspeicher:
Wenn man kontinuierliche Wetterdaten mit der Station aufzeichnen möchte, muss man einen PC oder Laptop im Dauerbetrieb laufen lassen, da die WMR 100 keinen internen Speicher besitzt.

Diese Software funktioniert mit der WMR 100

Windows:
Weather Display
Virtual Weather Station

Linux und Mac OS X:
keine bekannt

Testbericht erstellt von .
Zuletzt bearbeitet am 02.12.2007.
Impressum / Datenschutz | Disclaimer / Haftungsausschluß
© 2008 Tobias Gerstmaier. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.
WMR 100
Tipp

Rasch und Günstig liefert die WMR 100 zu Ihnen. 14 Tage Umtauschrecht!

Stationstyp

Funk mit 433 MHz
Kombisensor

Messgrößen

Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Luftdruck
Niederschlag
optional: UV-Index

Erweiterbarkeit

Es können noch zehn zusätzliche Sensoren angeschlossen werden: Neun Thermo-Hygro-Sensoren zusätzlich und ein UV-Sensor.

Ausstattung

Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: ja / USB

Downloads

Handbuch (als PDF)

Fotos

Die WMR 100 im Einsatz:
Kombisensor der WMR 100

Ein schneller Batteriewechsel ist möglich:
Batteriefach der WMR 100

Windgeschwindigkeit und -richtung werden alle 14 Sekunden übertragen:
Windmessung an der WMR 100

Diese nicht seemannstaugliche Befestigung überstand sogar Orkan "Kyrill":
Befestigung

Auch der Fuß ist sehr stabil:
Bodenbefestigung

Die Einstellung der Windrichtung ist schnell gemacht:
Drehring für die Windrichtung

Der Regenmesser hat eine relativ schlechte Auflösung:
Regenmesser geschlossen

Regenmesser offen

Die WMR 100 bei Virtual Weather Station:
Screenshot Virtual Weather Station