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Wettervorhersage ins Haus gefunkt

Innovative Wetterstationen von morgen dank der Technik von gestern? Zwei Hersteller kombinieren alte Funkmasten mit neuen Wetterdaten. Ob geschickte Marketingmasche oder sinnvolle Ergänzung, ist erstmal gar nicht so leicht zu sagen.

"Was könnte einer Wetterstation nun noch fehlen?" mag man sich in den Entwicklungsabteilungen der einschlägigen Wetterstationshersteller vor einiger Zeit gefragt haben. Mit Touchscreen-Displays, PC-Anschlüssen und der allseits angepriesenen "Schweizer Qualitätssensorik" lag die Messlatte schließlich mittlerweile ziemlich hoch.

Konnten die allenthalben auftauchenden Wetter-Männchen und -Frauchen, die sich zur Wetterlage passend im Display entkleiden, der Weisheit letzter Schluss sein? Na, da sollte doch noch etwas mehr möglich sein.

Zwei Ideen konkurrieren miteinander

Nach ausgiebigem Grübeln kam man so wohl auf etwas, das jeden Unbeteiligten erstmal doppelt staunen lässt:

Zum einen besann man sich in den Zeiten von Breitband-Internet und Überall-Online-Handys zurück auf langsame, eher ins Vergessen geratene Funktechniken. Damit soll jedermann nun ordentliche Wettervorhersagen im eigenen Haus empfangen können, ohne den Web-PC oder das Mobiltelefon zücken zu müssen.

Zum anderen - Zufall oder nicht - kamen zwei Hersteller fast zeitgleich auf diesen Einfall, so dass nun zwei Anbieter um die Umsetzung der Idee buhlen.



Ordentliche Vorhersage, eigenes Haus...? Worum geht es überhaupt?

Während bisherige elektronische Wetterstationen recht simple und in Maßen verlässliche Vorhersagen erstellen, soll jetzt der Faktor Mensch, sprich MeteorologIn, wieder ins Spiel kommen.

Grundsätzlich ja eine begrüßenswerte Sache, schließlich hat der menschliche Kopf dem Luftdruckfühler gemeinhin doch noch einiges voraus.

Das heißt: Bisher beeinflusst meist nur der lokal vom Gerät gemessene Luftdruckverlauf (wie beim alten Dosenbarometer) die Vorhersage. Einen Trend kann man daraus durchaus ablesen. Dass aber zwischen Ostsee und Alpen die gleichlautenden, auf Luftdruckdifferenzen reduzierbaren Wetter-Regeln gelten, darf mit Recht angezweifelt werden.

Professionelle Vorhersagen für verschiedene Regionen

Macht sich jemand professionelle Gedanken zur Wetterlage, der auf eine deutlich größere Menge Wetterdaten zugreifen kann, dann hat er auch bessere Chancen, bei der Vorhersage richtig zu liegen.

Genau das war nun der Einfall der Wetterstationshersteller:
Man teile Deutschland und Europa in Regionen ein, erstelle hierfür Wettervorhersagen und sorge anschließend dafür, dass diese auf die Displays der Stationsbesitzer gefunkt werden. Doch wie kommt die Vorhersage vom Meteorologenhirn zum Wetterdisplay? Man bedient sich hierbei zweier verschiedener Techniken:

Methode Nummer eins: Die Funkuhrfrequenz

Nahezu jeder von uns weiß seit einigen Jahren die Genauigkeit von Funkuhren zu schätzen. Diese empfangen ihr Zeitsignal über zwei Langwellensender in Deutschland und der Schweiz. Wie es der Zufall so will, ist zwischen den Uhrzeitdaten noch Platz für ein paar Datenbits. Die Schweizer, wie eingangs erwähnt schon dank ihrer Sensorkünste vielzitiert, waren zudem so gewitzt, sich eben diesen freien Platz im Funkkanal zu sichern und ihn mit Wetterdaten zu füllen.

Meteotime nennt sich die Firma, welche die Wetterprognosen des privaten Anbieters Meteotest via Funkuhrsignal nach ganz Europa verschickt - verschlüsselt versteht sich, man hat schließlich auch einiges an Geld in die Entwicklung und die laufenden Prognosen gesteckt. Wer eine Wetterstation mit Decodierchip besitzt, kann die einmal täglich aktualisierte Prognose empfangen. Doch die Konkurrenz schläft nicht:

Methode Nummer zwei: Das wiederbelebte Pager-Netz

Zu Zeiten, als die Größe von Mobiltelefonen noch näher am Ziegelstein- als am Hostentaschenformat lag, waren Pager für den Empfang von Textnachrichten populär. Die kleinen Kästchen verschwanden außer bei Rettungsdienstlern und Funkamateuren weitestgehend aus den Gedächtnissen, als Handys und damit auch SMS-Nachrichten aufkamen. Doch das Netz ist weiterhin vorhanden und wird von der e*message GmbH betrieben.

Wetterdirekt nutzt dieses Übertragungssystem und verwendet als Datenquelle die Prognosen von Wetteronline.

Statt von zwei Großsendern stammen die Funksignale hierbei von rund 800 Sendestationen in Bodennähe (vergleichbar mit GSM-Handymasten).

Allerdings hat sich bei Wetterdirekt wohl die Marketingabteilung eingeschaltet: Die Stationen werden mit dem Schlagwort "satellitengestützt" beworben. So könnte man erstmal meinen, dass die 50-Euro-Wetterstationen ohne sichtbare Antenne direkt aus der Küche Kontakt zum Wettersatelliten im All aufnehmen.

Doch ganz ehrlich, so glaubwürdig klingt das nicht. Wie erwähnt, handelt es sich durchaus um irdische Sender, doch "Satelliten" klingen natürlich spektakulärer und nach deutlich mehr High-Tech. Nun aber genug der Wortklauberei.

Neue Wetterstationen im Test

Wie sehen nun die konkreten Erfahrungen mit den neuen Geräten aus? Was sind die Vor- und Nachteile der beiden Techniken im Vergleich?

Bisher konnten wir ein Gerät des Meteotime-Systems näher unter die Lupe nehmen, die Mete-On 1. Hierbei gehen wir auch näher auf die Technik ein. Mit Sicherheit wird in nächster Zeit aber auch eine Station getestet werden, die mittels Wetterdirekt ihre Daten empfängt.

» Zum Testbericht der Station Mete-On 1

Bericht erstellt von .
Zuletzt bearbeitet am 01.07.2007.

 

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Mete-On 1 empfängt Vorhersagen aus dem Funkuhr-Signal

Diskussionen

- Station "WD 4000" von ELV mit Wetterdirekt-Technik
- Erste Diskussion zur "Mete-On 1" mit Meteotime-Technik
- Zweite Diskussion zur "Mete-On 1"

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