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WS 1600 / Vega

Schon vor längerer Zeit erzählte uns Axel Dostmann ganz begeistert von einer neuen Übertragungstechnologie namens "Instant Transmission". Die Vega weist nun als erstes unserer Testgeräte diese Technik auf. Oft lassen derartig marketingtechnisch ausgefeilte Begriffe ja mehr erwarten, als dann tatsächlich herauskommt. Doch im konkreten Fall hat sich die Befürchtung nicht erfüllt:

Alle 4,5 Sekunden werden die Messwerte der Außensensoren aktualisiert, und das klappt dank der Übertragungsfrequenz von 868 MHz und guten Sende- / Empfangsmodulen auch über größere Distanzen hinweg (fünf Stockwerke waren es im Test).

Ältere Konkurrenzmodelle scheitern meist bereits an geringeren Distanzen und aktualisieren die Messwerte teils nur alle 3 Minuten. Gerade bei böigem Wind kann dann nur mit Bauchschmerzen noch von einer aussagekräftigen Wettermessung gesprochen werden.

Übertragungstechnisch erfüllt die Station also hohe Ansprüche, doch dies macht ja nur einen kleinen Teil des Ganzen aus. Abgesehen von einem arg spartanisch ausgefallenen Niederschlagssensor macht aber auch die Sensorik einen ordentlichen Eindruck.

Ein PC-Anschluss ist nicht vorhanden, jedoch lassen sich 200 gespeicherte Datensätze in 3-Stunden-Intervallen am Display abrufen. Ein grober Rückblick über die letzten 25 Tage ist damit möglich.

24 Stunden genau unter der Lupe:
Um qualitative Aussagen zur Genauigkeit dieser Station machen zu können, verglich Niko Renkosik die Station mit seiner Davis Vantage Pro 2. Hierfür wurde das Display der Vega über einen Zeitraum von 24 Stunden per Webcam alle 15 Minuten fotografiert. Anschließend konnte der Messwertvergleich Vantage Pro 2 - Vega starten.

Vega / WS 1600
Linkes Bild: Webcam-Aufnahme des Displays für den Messwertvergleich.
Rechtes Bild: Vergleich der Windmessung mit Referenz

Vega / WS 1600 Vega / WS 1600 Vega / WS 1600 Vega / WS 1600

Im Großen und Ganzen lieferte die Station demnach sehr vernünftige Werte, gerade wenn man den Kaufpreis berücksichtigt (Vega ca. 100 Euro, Vantage Pro 2 ab ca. 700 Euro).

Die gemittelten Abweichungen zwischen der Vega und der Vantage Pro 2 sind überraschend klein, wie diese Tabelle zeigt:

Temperatur Luftfeuchte Luftdruck
0,1 °C 4 % 0,1 hPa

Langzeitvergleich:
Vom 30.11.06 bis zum 15.12.06 wurden die Temperatursensoren unseres Testgeräts und der Davis Vantage Pro 2 parallel betrieben, wobei sich folgende Extremwerte ergaben:

  WS 1600 / Vega Vantage Pro 2
Minimaltemperatur in °C 1,4 1,7
Maximaltemperatur in °C 14,3 14,0

Regensensor:
Um die Genauigkeit zu überprüfen, wurden 200ml Wasser in den Sensor getropft. Der an der Vega angezeigte Zahlenwert (68,5mm) wurde auf einen Liter Füllmenge hochgerechnet (342,5mm). Aus der Größe der Sensorfläche (0,003234 m²) konnte nun berechnet werden, was bei einer Füllmenge von 1 Liter tatsächlich hätte angezeigt werden müssen.

Demnach würde der Regenmesser der Vega pro Millimeter ungefähr 0,1 mm Niederschlag zuviel anzeigen. In der Praxis lieferte die Vega aber sogar immer etwas weniger Niederschlag als die Referenzstation. Ursache hierfür werden das kleine Auffanggefäß mit dem großen Gitter und Verdunstungsfehler bzw. Fehler durch Wind sein.

Stärken der Station

Innovative Übertragungstechnik:
Viel Geld musste bisher für eine derart häufige Aktualisierung der Displaywerte ausgegeben werden, denn nur Geräte im Profi-Bereich unterschritten bisher die 30-Sekunden-Grenze.

Mit der Vega (Aktualisierung alle 4,5 Sekunden) wird die Wetterbeobachtung in Nahezu-Echtzeit auch für Einsteiger erschwinglich. Wobei in Sachen Sensorqualität und PC-Fähigkeit natürlich weiterhin ein Unterschied zu den Profigeräten besteht.

Sensoren mit guter Genauigkeit:
Der Hersteller garantiert höchstens 1 Grad Celsius Abweichung bei der Temperatur, höchstens 3 % bei der relativen Luftfeuchtigkeit und höchstens 2 hPa beim Luftdruck. Das sind keine Spitzenwerte, ist aber angesichts des Preises eine gute Leistung und für die Zielgruppe (Einsteiger / Amateure) mehr als ausreichend.

Individuelle Alarme für alle Messgrößen:
Gerade aufgrund der Echtzeitfähigkeit macht auch die umfangreiche Alarmfunktion Sinn: Für alle Messgrößen lassen sich Grenzwerte einstellen, bei deren Unter- / Überschreitung Alarm ausgelöst wird.

Eine Hysterese-Funktion verhindert eine ständige Alarmierung, sofern die Messung um die Alarmschwelle pendelt. Das heißt beispielsweise: Erst wenn die Temperatur mindestens 1 Grad von der Alarmschwelle entfernt war, kann der nächste Alarm gegeben werden, um ein störendes "Dauerpiepsen" zu verhindern.

Gute Dokumentation:
Ist das Gerät erst einmal in Betrieb, spielt die Bedienungsanleitung keine große Rolle mehr. Trotzdem gehört zu einem ordentlichen Gerät eine ebenso ordentliche Dokumentation - dies wird mit dem Wandel der Wetterstationen vom Liebhaber- zum Massenprodukt erfreulicherweise auch den Herstellern bewusst. Die Vega ist dank eine kompakten Aufbauanleitung schnell in Betrieb genommen, für weitere Fragen liegt dann ein detaillierteres Handbuch bei.

Schwächen der Station

Keine Einzelsensoren:
Um die Station günstig anbieten zu können und vermutlich auch um die häufige Übertragung der Messwerte zu vereinfachen, kommt nur ein einziger Funksender für Temperatur / Feuchte, Wind und Regen zum Einsatz.

Daher müssen der Wind- und Regensensor per Kabel mit dem Temperatur-Feuchte-Kombifühler verbunden werden, welcher dann alle Werte gesammelt zum Display funkt. Das macht eine "vorschriftsmäßige" Platzierung der Sensoren schwer: Der Wind muß eigentlich 10 Meter, die Temperatur 2 Meter über Grund gemessen werden.

Niederschlagsmesser mit kleiner Fläche:
In Sachen Starkregen wurde die Testation einem Härtetest unterzogen: Über 200 Liter fielen im September 2006 binnen weniger Tage, wobei sich die Ergebnisse der Vega gut mit denen offizieller Stationen deckten. Fällt jedoch weniger Regen, machen sich die kleine Regenmesserfläche (Foto) und das massive Schutzgitter negativ bemerkbar.

Etwas spartanische Ausstattung:
Nicht nur ELV hat mit der WS 300 und WS 500 die eigentlich zum Standard gehörende Funkuhr wieder abgeschafft, auch TFA spendierte der Vega dieses Feature nicht mehr. Ebenso ist das Display unbeleuchtet und Innenmesswerte (Temperatur und Feuchtigkeit im Zimmer) werden nicht gemessen.

Testbericht erstellt von und .
Zuletzt bearbeitet am 12.02.2007.
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Vega
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Stationstyp

Funk mit 868 MHz

Messgrößen

Luftdruck
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Niederschlag
Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit

Erweiterbarkeit

Es können keine weiteren Sensoren angeschlossen werden.

Ausstattung

Hintergrundbeleuchtung: nein
PC-Anschluss: nein

Downloads

Handbuch (als PDF)

Fotos

Von anderen Stationen bekannt: Wind- und Regensensor werden mit dem Kombisensor per Kabel verbunden.
Kombisensor

Windsensor:
Windsensor

Niederschlagssensor:
Sensorik