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IROX PRO-X USB

Viele Messmöglichkeiten und ein guter Datenspeicher – eine Wetterstation mit Profiansprüchen:
Die PRO-X USB von IROX kommt definitiv in den unteren semiprofessionellen Bereich von Wetterstationen. Auch wenn der Name schon Professionalität verspricht, muss die Station erst noch mal gründlich getestet werden. Zumindest schlägt das Hobbymeteorologenherz schon etwas höher, wenn man sich die Messmöglichkeiten der Station vor dem Aufbau betrachtet: Separat gemessen werden im Freien Temperatur / Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit /Richtung, die Regenmenge und der UV-Index. Leider erfolgt die Spannungsversorgung nur über Batterien und nicht über Solarpanel. Außerdem wird an der Hauptkonsole die Innentemperatur / - luftfeuchte und der Luftdruck ermittelt. Zudem können alle Daten via USB an einen PC gesendet und dort ausgewertet werden. Der interne Datenspeicher der Station kann 3300 komplette Wetterdatensätze speichern und ist damit für gut elf Tage gerüstet, wenn das Speicherintervall auf fünf Minuten gesetzt ist.

Problemloser Aufbau der Station:
Die Station ist schnell und problemlos aufgebaut. Der Windmesser kann beispielsweise mit mitgelieferten Schellen an ein Rohr in luftiger Höhe geschraubt werden, der Thermo-Hygro-Sensor im Schatten an die Wand oder in eine Wetterhütte gehängt werden, der Regenmesser in guter Erreichbarkeit und freiem Umfeld auf eine waagerechte Platte geschraubt werden und der UV-Sensor entweder mit freier Sicht zur Sonne in die Erde gesteckt oder auch an einem Rohr befestigt werden. Für den UV-Sensor gibt es verschiedene Befestigungsmöglichkeiten. Schön sind die verschiedenen Aufstellungstipps, die in der Anleitung der Station ausführlich beschrieben sind.

Das muss erst noch eingestellt werden:
Erst muss die Einheit des Luftdrucks und die Standorthöhe eingegeben werden. Dabei ist bei der Teststation aufgefallen, dass trotz Eingabe der richtigen Höhe über NN. der reduzierte Luftdruck auf Meereshöhe nicht stimmte und eine Abweichung von etwa 7 hPa anzeigte. Erst als die Standorthöhe von 25 m auf 73 m hochgeschraubt wurde, zeigte die Station den reduzierten Luftdruck richtig an. Des weiteren muss die Sprache für den Wochentag und die lokalen geografischen Daten eingegeben werden. Wenn die Station dann alle Sensoren und die Funkzeit gefunden hat, ist die Station fertig eingerichtet.

Konsole mit Stil:
Die Konsole der PRO-X USB zeigt in einem silbernen Design in Verbindung mit der sehr eleganten Fernbedienung viel Stil, der ganz bestimmt in jedes Wohnzimmer passt. So verstecken sich die meisten Bedientasten der Konsole (bis auf Licht, Schlummer, Alarm und Kanalwahl) hinter eine Klappe, die sich auf Knopfdruck langsam öffnet. Alternativ kann man aber auch alle Einstellungen mit der Fernbedienung, die einen transparenten Rand besitzt, tätigen. Ein besonderes Highlight der Konsole ist die automatische Hintergrundbeleuchtung, die bei Dunkelheit einschaltet. Die Empfindlichkeit kann mit zwei verschiedenen Stufen sogar noch geregelt werden. Auch die Möglichkeit die Hintergrundbeleuchtung ständig eingeschaltet zu haben ist einstellbar oder eben ohne sie zu arbeiten.

Alle Wetterdaten im Blick:
Das Display zeigt alle aktuellen Wetterdaten übersichtlich an. Oben links findet man neben dem aktuellen Luftdruck, die Luftdrucktendenz, ein Wettervorhersagesymbol, die aktuelle Mondphase und ein Verlaufsbalkendiagramm für den Luftdruck der letzten 24 Stunden. Auch der Stationsluftdruck und die Stationshöhe können hier angezeigt werden. Darunter ist der UV-Index zu finden, der durch eine Gesichtsgrafik, einen Intensitätsbalken und der Kategoriebezeichnung näher beschrieben wird. Wiederum darunter ist die Uhrzeit mit alternativen Anzeigen (Wochentag, Datum, Stadt) zu sehen. Und ganz unten links werden die Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten angezeigt. Rechts oben werden die Temperatur oder Taupunkt und die Luftfeuchte von einem der fünf möglichen Außensensoren dargestellt, während darunter immer die Innentemperatur und Innenfeuchte zu sehen sind. Alle Messwerte werden hier mit einem Tendenzpfeil angezeigt. Zudem wird die Komfortzone für drinnen und draußen errechnet. Unter dem Thermo-Hygro-Block ist die Regenmenge zu finden. Man kann hierbei zwischen der aktuellen Regenrate, der Niederschlagsmenge der letzten Stunde, der letzten 24 Stunden, des Vortages, der letzten Woche oder des letzten Monats wählen. Rechts unten wird alles zum Wind angezeigt. So ist neben einer animierten Windrose, an der man die aktuelle Windrichtung erkennen kann, die Windgeschwindigkeit oder die Windböen (auch Tagesmaxima wählbar) und die Temperatur am Windsensor oder die Windchilltemperatur zu sehen. Überraschend ist wirklich der vorhandene Temperatursensor direkt am Windmesser.

Erwähnenswertes zur Station:
Von allen Wetterparametern können jeweils über die Memoryfunktion die Extremwerte aus der Vergangenheit abgerufen werden. Selbst bei den Sonnenauf- und Untergangszeiten kann ein bestimmter Tag mit den Pfeiltasten gewählt werden. Bei der Wettervorhersage gibt es sieben verschiedene Wettersymbole, die von sonnig über bewölkt bis zu Regen, Schnee oder Sturm gehen. Dabei wird die Vorhersage lediglich aufgrund der Luftdruckänderungen berechnet und stellt damit eine eingeschränkte Zuverlässigkeit dar. Die Mondphase wird in zwölf verschiedenen grafischen Darstellungen präsentiert. An der Konsole ist sowohl eine Weckfunktion als auch ein Wetteralarm vorhanden. Jede Stunde wird an allen Sensoren und der Hauptkonsole der Batteriezustand geprüft, sodass man als Benutzer genau erkennen kann, wo mal wieder ein Batteriewechsel ansteht. Etwas schwach ist die Funkverbindung im Vergleich zu anderen Stationen. Aber bei 30 Metern und einer Wand zwischen Sensor und Konsole gab es keine Ausfallprobleme.

Der Datenspeicher und der PC-Anschluss:
Die Konsole besitzt direkt neben dem Netzteilanschluss die Möglichkeit die Station via UBS 1.1 (auch mit USB 2.0 ist eine Verbindung möglich) an einen PC anzuschließen. Praktischerweise wird das Kabel gleich mitgeliefert. Danach kann kostenlos aus dem Internet das Programm WeatherCapture heruntergeladen werden. Dieses Programm benötigt als Systemmindestanforderungen ein Betriebssystem Windows 98SE oder höher, 32 MB Arbeitsspeicher, 20 MB freien Speicherplatz und einen USB 1.1 oder USB 2.0 Anschluss. Über WeatherCapture kann das Messintervall der Station eingestellt werden, was über die Konsole nicht möglich ist. Ansonsten bietet die auf Java basierende Software neben den aktuellen Daten nur ein Rückblick auf die letzten 24 Stunden und keinerlei Auswertungen. Daher bietet es sich an noch eine andere Wetterstationssoftware zu verwenden. Der interne Datenspeicher der Station kann auf einen Speicherzyklus zwischen fünf Minuten und 24 Stunden gestellt werden. Bei einem Speicherintervall von zehn Minuten beispielsweise kann die Station fast 23 Tage alle Wetterdaten speichern, was vergleichbar mit anderen Stationen sehr viel ist.

Messgenauigkeit

Mehrere Wochen wurde die Station getestet, dabei waren keine Messausfälle oder Unregelmäßigkeiten zu beobachten. Zur Verdeutlichung wie gut sich die PRO-X USB gegen eine Vantage Pro 2 schlägt, mussten beide Stationen am 27. April 2007 zeigen, was sie denn so können.

PRO-X USB Vantage Pro

Sofort fällt auf, dass durch die fehlende Belüftung der Thermo-Hygro-Sensor der PRO-X USB nicht ganz so dynamisch die Temperatur und die Feuchte gemessen hat. Bei der Temperatur konnte über den Tag gemittelt eine Abweichung von +0,6 Kelvin gegenüber der VP2 verzeichnet werden.
Bei der Luftfeuchte waren die Unterschiede deutlich größer:

PRO-X USB von IROX

Vantage Pro 2 von Davis

Im Mittel war zwar die IROX um 5 Prozentpunkte zu niedrig, aber die feuchte Phase am Morgen mit einem Feuchtewert von 95 % ist bei ihr falsch erfasst worden, sie kletterte mit ihrer Feuchte nur auf 80 %. Das Minimum wurde bei der PRO-X USB schon bei 38 % erreicht, wobei die VP2 bis auf 31 % runterging.
Der UV-Index ging an diesem Tag bei der IROX-Station auf bis zu 9,4 rauf, während die VP-Station realistisch bei 4 ihr Maximum erreichte. Damit fällt der UV-Index auch schon sehr deutlich aus dem Toleranzbereich, den der Hersteller angegeben hat.
Der Luftdruck lag im Toleranzbereich, auch wenn die PRO-X USB manchmal zu Schwankungen neigte. Schlecht war die große Abweichung nach Einstellung der Standorthöhe, wo die Meterzahl noch um fast 50 m nach oben geschraubt werden musste, sodass die Luftdruckwerte stimmten.
Die Windmessung war recht zufrieden stellend. Leider gingen trotz des Böenmesszyklus von nur 11 Sekunden die ein oder andere Böe verloren.
Der Regenmesser ermittelte korrekte Werte, was man bei den Messwerten am Beispieltag zwar nicht erkennen konnte, aber schon vorher ermittelt wurde. Doch die Auflösung von lediglich 0,7 mm könnte vom Hersteller noch etwas optimiert werden.

Kompatibilität

Die Station unterstützt die Temperatursensoren HT02, HTC13 (als Zusatzfühler), HTS13 und HTSC12C (alles 3-Kanal-Sensoren). Zudem kann man die Thermo-Hygro-Sensoren HTS33 (3-Kanal) und weitere HTS55 (5-Kanal) betreiben, wovon ja einer mitgeliefert wird.

Stärken der Station

Die merkt sich aber viel!
Ein Riesenplus der Station ist der große interne Speicher, der das Abschalten des PCs möglich macht und sogar noch einen dreiwöchigen Urlaub bei einem Messintervall von zehn Minuten gut verkraften kann.

Viele Messmöglichkeiten vorhanden
Die PRO-X USB besitzt viele Messmöglichkeiten, so gehören neben Wind- und Regenmessung auch standardmäßig ein UV-Sensor dazu. Bei zukünftigen Rekordsommern sicherlich eine sinnvolle Erweiterung der Standardsensoren. Allerdings lässt dieser Sensor etwas zu wünschen übrig (s. Schwächen). Jeder Sensor kann getrennt aufgebaut werden, sodass ein Messen nach WMO-Norm möglich ist. Nur den Temperatur-Feuchte-Sensor muss man irgendwie noch gegen Strahlung schützen.

Ein echter Hingucker!
Die Hintergrundbeleuchtung mit automatischer Einschaltung und die Fernbedienung machen die Station zu einem Highlight im Wohnzimmer oder auf dem Schreibtisch. Die Bedienung wird dadurch deutlich erleichtert.

Schwächen der Station

UV-Sensor neigt zur Panikmache
Der UV-Sensor fiel im Messtest negativ auf, da er teilweise statt eines UV-Indexes von 4 einen von 9 oder 10 anzeigte. Zumindest neigt damit der Sensor eindeutig zur Panikmache und verordnete einem im April schon nur noch maximal 15 Minuten Sonnenaufenthalt.

Regenmesser mit kleinen Schwierigkeiten
Die Reinigung des Regenmessers ist besonders erschwert, da man beim Regenmesser lediglich den Trichter entfernen kann und somit nicht direkt an die Wippe kommen kann. Mit ein wenig Geschick und Hilfsmitteln kann man ihn dann aber doch recht zügig reinigen. Immerhin ist das Öffnen des Regenmessers mit einem Handumdrehen gemacht. Schwierig ist außerdem das Nachrüsten einer Regenmesserheizung, da nur wenig Platz in dem Messtopf ist.

Diese Software funktioniert mit der PRO-X USB

Windows:
PC-Wetterstation
Weather Display

Linux und Mac OS X:
keine bekannt

Testbericht erstellt von .
Zuletzt bearbeitet am 19.05.2007.
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© 2008 Tobias Gerstmaier. Alle Rechte vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr.
PRO-X USB
Stationstyp

Funk mit 433 MHz
Einzelsensoren

Messgrößen

Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Windböen
Luftdruck
Niederschlag
UV-Index

Erweiterbarkeit

Es können insgesamt fünf Zusatz-Thermo-(Hygro)-Sensoren betrieben werden.

Ausstattung

Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: ja / USB

Downloads

Handbuch (als PDF)

Fotos

Konsole mit Fernbedienung:
Konsole mit Fernbedienung

Elegant öffnet sich eine Klappe mit weiteren Bedientasten:
Klappe mit weiteren Bedientasten

Die Hintergrundbeleuchtung kann automatisch eingeschaltet werden:
Einstellungen für Hintergrundbeleuchtung

Fotodiode für Helligkeitsmessung

Der Thermo-Hygro-Sensor:
Thermo-Hygro-Sensor

Der Regenmesser kann schnell geöffnet werden...
Regenmesser

...aber die Reinigung gestaltet sich etwas schwieriger.
Regenmesser Innenansicht

Eine selbst gebastelte Heizung passt eigentlich nicht mehr in den Regenmesser:
Regenmesserheizung? Wird schwierig!

Die Windrichtung wird animiert angezeigt:
Animierte Windrichtung

Anemometer mit Windfahne

Der UV-Sensor misst zu hohe Werte und deshalb guckt die Grafik auch so grimmig:
UV-Sensor-Anzeige

UV-Sensor

Schnell und problemlos kann die Station an einen PC angeschlossen werden:
USB-Anschluss