Null-Grad-Grenze berechnen?  (Gelesen 1239 mal)

Offline Wetterfrosch1971

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Null-Grad-Grenze berechnen?
am: 19.02.2016, 13:39:12
Hallo,

kann ich, um die Null-Grad-Grenze grob abzuschätzen folgendermaßen vorgehen:

Meine Station liegt auf 345mNN.
Direkt an meinen Standort (1km Luftlinie) grenzt ein Berg mit 1165mNN auf dem ebenfalls eine Wetterstation steht.

Nun müsste ich doch nur den Temperaturunterschied zwischen meiner Station und der Station auf dem Berg bestimmen und diesen Temperaturunterschied ins Verhältnis der Höhendifferenz setzen und daraus kann ich dann bestimmen, in welcher Höhe die Null Grad erreicht wird.

Aktuell sieht es gerade so aus:

T auf 345m 4,2°C
T auf 1165m -3,7°C

daraus folgt ein DeltaT von 7,9K auf einen Höhenunterschied von 820m, d.h. pro Meter nimmt die Temperatur um 0,0087°C ab.

Somit ergibt sich dann eine Null-Grad-Grenze bei 828mNN.

Ich weiß, dass man grob annehmen kann, dass pro Höhenmeter die Temperatur sich um 0,01K ändert, doch durch die Möglichkeit der zwei Temperaturen Vergleichspunkte, die ich hier habe, kann ich für meinen Standort ziemlich exakt bestimmen, wie sich die Temperatur pro Höhenmeter verändert.

Dabei gehe ich natürlich davon aus, dass sich die Temperatur linear verhält, was in der Praxis sicherlich nicht 100% zutrifft, doch näherungsweise dürfte ich doch mit dieser Berechnung hinkommen, oder wie seht ihr das?

Außerdem kann ich dann mit den gleichen Werten noch die Schneefallgrenze grob bestimmen, in dem ich davon ausgehe, dass in der Regel der Schnee bei 2°C in Regen übergeht (zumindest werden diese 2°C immer wieder als grober Richtwert genannt).

Ich habe aber auch gelesen, dass der Übergang von Schnee in Regen ebenso von der Luftfeuchte abhängig sei.
So würde z.B. bei nahezu 100% Luftfeuchte, der Schneefall schon bei rund 0°C in Regen über gehen und bei rel. trockener Luft, könne es sogar auch mal bis +7°C schneeregnen.

Gibt es irgendwo eine Tabelle, die den Zusammenhang zwischen Luftfeuchte/Temperatur und Schneefall wieder spiegelt?

Für den Sonder-Fall der Inversionswetterlage kann ich natürlich mit diesen Berechnungen nix anfangen, da dann ja oben die Temperatur höher ist als unten, d.h. dieses Modell funktioniert nur bei "normalen" Wetterlagen.

Gruß Frank

« Letzte Änderung: 19.02.2016, 20:15:19 von Wetterfrosch1971 »

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Null-Grad-Grenze berechnen?
« am: 19.02.2016, 13:39:12 »

Offline Wetterfrosch1971

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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #1 am: 20.02.2016, 15:30:51
Hallo,

Frage zur Schneefallgrenze hat sich erledigt, habe hierzu im Netz folgendes gefunden:

Man soll die Feuchttemperatur zur Einschätzung der Schneefallgrenze heranziehen.
D.h. man betrachtet die Lufttemperatur und den Taupunkt und bildet daraus die Feuchttemperatur.
Die Feuchttemperatur liegt in etwa in der Mitte zwischen Temperatur und Taupunkt
Als Beispiel:
Beträgt die Lufttemperatur +5°C und der Taupunkt liegt bei -5°C, so ist die Feuchtetemperatur ungefähr bei 0°C.
Liegt die Feuchtetemperatur unter 1°C, so sei bei Niederschlag mit Schnee zu rechnen.

Gruß Frank

Offline Holli

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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #2 am: 20.02.2016, 19:59:06
Beträgt die Lufttemperatur +5°C und der Taupunkt liegt bei -5°C, so ist die Feuchtetemperatur ungefähr bei 0°C.
Liegt die Feuchtetemperatur unter 1°C, so sei bei Niederschlag mit Schnee zu rechnen.

Wohl eher mit Schneeregen. Während die Flocken durch die warme Luft fallen, tauen sie zumindest zum Teil wieder auf. Und wenn der Boden nicht durch vorhergehenden Frost abgekühlt wurde, taut der Rest am Boden. Ob sich überhaupt Schnee bildet, ist von der Temperaturschichtung in der Atmosphäre abhängig. Die kann man am Boden nicht messen.

Nachhaltig liegenbleiben kann der Schnee nur, wenn 0°C unterschritten werden. Deshalb würde ich diese Grenze auch für eine berechnete Schneefallgrenze nehmen. Das ist sowieso nur ein berechneter, theoretischer Wert, der je nach Wetterlage erheblich von der Realität abweichen kann.
Dietmar

Eine Aussage, die durch ein Ausrufezeichen bekräftigt werden muß, ist zumindest zweifelhaft.
Eine Aussage, die durch mehrere Ausrufezeichen bekräftigt wird, ist definitiv falsch.
Der aktuelle Deppensport: Wir töten ein Akkusativ.

Offline Wetterfrosch1971

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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #3 am: 20.02.2016, 20:22:49
Naja, laut Definition der Schneefallgrenze ist diese die Grenzschicht, in der der Niederschlag noch zu 50% als Schnee fällt (bzw. fallen kann).
Die Schneefallgrenze hat nix mit der Grenze zu tun, ab der der Schnee liegen bleibt, diese Grenze ist ja nahezu gleichzusetzen mit der 0°C-Grenze.
Da die Schneefallgrenze von Temperatur UND Luftfeuchte abhängig ist, denke ich, ist die Berechnung über die Feuchttemperatur ein probates Mittel, da in die Feuchttemperatur ja beide Werte mit einfließen und somit besser als die "2°C-Annahme" oder die "200-300m-Unterhalb der 0°C-Grenze-Amnnahme" ist.

Ich habe in meine Formeln jetzt mal diese Bedingungen eingebaut und habe zur Bestimmung der Kennlinien, wie im Eröffnugsposting geschrieben, eine 2-Punkt-Betrachtung einfließen lassen, d.h. um zu bestimmen um welchen Wert die Temperatur (wie auch die Feuchttemperatur) pro Höhenmeter abnimmt, betrachte ich den Temperaturunterschied meiner Station auf 345mNN im Vergleich zu der Station an meinem Ort, welche 815m höher liegt (auf 1160mNN) und somit wird der Temperaturquotient immer individuell angepasst.

Ich denke mit diesem Verfahren kann ich die 0°C-Grenze recht brauchbar für meine Region berechnen (zumindest so lange die 0°C zwischen meiner Station und der Bergstation liegt und keine Inversionswetterlage vorliegt).

Und auch die Schneefallgrenze über die Feuchttemperatur scheint recht plausibel sich abzuzeichnen, zumindest ändert sich die Höhe der Schneefallgrenze im Verhältnis zu der 0°C-Grenze mit der Luftfeuchte, d.h. ist die Luft trockener, ist die Differenz zwischen 0°C-Grenze und Schneefallgrenze größer, nimmt die Luftfeuchte zu, nähern sich die Schneefallgrenze der 0°C-Grenze an, was somit plausibel ist, denn laut Literatur ist bei 100% Luftfeuchte, die Schneefallgrenze kurz unterhalb der 0°C-Grenze und reicht bei trockener Luft bis zu mehreren 100m unterhalb der 0°C Grenze (im Extremfall kann es ja auch mal bei z.B. 7°C Schneien/Schneeregnen, was dann ja, wenn man im Schnitt 1K Temperaturunterschied pro 100Höhenmeter annimmt, 700m ausmachen würden).

Aktuelle Werte:

meine Station auf 345mNN:
Takt: 9,0°C
Ttau: 7,0°C
Tfeucht: 8,0°C
rel. LF: 88%

selber Ort, jedoch auf 1160 mNN:
Takt: 2,4°C
Ttau: 2,2°C
Tfeucht: 2,3°C
rel. LF: 99%

0°C-Grenze (mit obigen Werten berechnet): 1456 mNN
SFG (mit obigen Werten berechnet und bei Feuchttemperatur 1°C angesetzt): 1346 mNN

Gruß Frank
« Letzte Änderung: 20.02.2016, 23:06:57 von Wetterfrosch1971 »

Offline TheWeather

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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #4 am: 21.02.2016, 02:22:23
Hallo Frank,

auch wenn es nicht unbedingt zur Frage hier gehört, aber wie hast Du denn die 815 Höhenmeter (345 m im Ort gegen 1160 auf dem Berg, vermutlich Luftlinie über 1200 m) bei der Übertragung gelöst? Wenn Du dazu einen neuen Thread aufmachen könntest, wäre das sicherlich auch für Viele sehr informativ.

Entschuldige bitte die kleine Unterbrechung dieses Threads bezüglich dieser Frage, aber wenn's Dir nchts ausmacht, berichte gerne mal (in einem neuen Thread) darüber.

Zur Frage der "Null-Grad-Grenze" hat das ja nicht unbedingt beigetragen.

Andererseits muss ich zu diesem ursprüglichen Thema hier noch beitragen, dass, wie auch in vorherigen Beiträgen schon berichtet, die Umrechnung von Wetterlagen in Gebieten "niedriger Meereshöhe" nicht mehr auf Gebiete "höherer Meereshöhe" so einfach umrechnen (modellieren) lassen, ebensowenig wie umgekehrt. Die genannten 815 m Höhenunterschied sind dabei kein Pappenstiel mehr.

Du kannst durchaus aus Temperatur/rel. Feuchte/Luftdruck im Tal auch noch auf Zustände in höhergelegenen Regionen schließen, aber die Wahrscheinlichkeit des Zutreffens Deiner Vorhersage nimmt mit jeweils 10 m Höhenunterschied auch um knapp 0,8 % (Gesamtfehler aus Lufttemperatur/Luftfeuchte/Luftdruck, hab' ich grob mal selbst gerade ausgerechnet) ab. Nach 815 m Höhenunterschied (also knapp 65 % Differenz der Vorlagen im Tal auf 345 m Höhe) kann Deine Vorhersage nur noch knapp zu 35 % stimmen. Da kann man tatsächlich nur noch grob schätzen: Die Einschätzung kann mal schätzungsweise zutreffen, kann aber auch völlig daneben liegen.

Ich würd's mal beobachten, aber ich würde keine Ergebnisse "offiziell" veröffentlichen, bevor nicht ein gewisser Algorithmus die Richtigkeit Deiner Berechnungen über wenigstens einige Jahre als "relativ zuverlässig" ausweisen könnte.

Da bleibt nur beobachten und "nachbessern" - einen speziellen Zusammenhang, der ca. 300 von 365 Tagen im Jahr bei Euch gilt (nur regional) passenden Abstimmungen zwischen Tal und Berg gibt's da bestimmt auch, aber nur eine Inversionslage, wie Du selbst schreibst, und die Bestimmung 815 m höher wäre "im Eimer" ...

Gruß Hans
« Letzte Änderung: 21.02.2016, 03:06:41 von TheWeather »
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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
« Antwort #4 am: 21.02.2016, 02:22:23 »

Offline Wetterfrosch1971

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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #5 am: 21.02.2016, 11:51:22
hallo,

bezüglich Schneefallgrenze mag meine Methode wohl eher ein "Schätzeisen" sein, doch ich denke, die Berechnung der Schneefallgrenze ist immer ein "Schätzeisen", egal welche Methode man annimmt, da die Schmelzschicht unterhalb der 0°C-Grenze unterschiedliche Auswirkungen haben kann und somit kann die Schneefallgrenze bei berechneten Modell gerne mal bis zu +/-150m (oder mehr) abweichen.
ich werde jedoch, sobald die Scheefallgrenze wieder auf Höhen absinkt, die ich mit dem PKW erreichen kann, meine berechneten Werte überprüfen.

Jedoch denke ich, dass ich mit meiner 0°C-Grenze recht gut liege (zumindest wenn dieser Punkt zwischen mir und der Bergstation liegt).
Zumindest haben die ersten Überprüfungen (bin mit meinem Auto den Berg hoch gefahren und habe die Region, bei der das Thermometer auf 0°C gewechselt hat überprüft) gezeigt, dass meine 0°C-Grenze Berechnung recht gut hinkommt.

Aktuell kann ich es nicht weiter überprüfen, da die 0°C-Grenze aktuell gut 350m ÜBER dem Gipfel des Berges liegt, ich werde es aber weiter überprüfen, sobald die 0°C-Grenze wieder auf den Berg absinkt.

Zitat
auch wenn es nicht unbedingt zur Frage hier gehört, aber wie hast Du denn die 815 Höhenmeter (345 m im Ort gegen 1160 auf dem Berg, vermutlich Luftlinie über 1200 m) bei der Übertragung gelöst? Wenn Du dazu einen neuen Thread aufmachen könntest, wäre das sicherlich auch für Viele sehr informativ.

Das ist nicht meine Station sondern eine befreundete Station welche im dortigen Berghotel untergebracht ist und über einen Internetzugang verfügt. Ich greife auf die Daten zurück, die diese Station ins Internet stellt.

Gruß Frank
« Letzte Änderung: 21.02.2016, 16:57:12 von Wetterfrosch1971 »

Offline meilu

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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #6 am: 03.12.2017, 09:07:48
Naja, laut Definition der Schneefallgrenze ist diese die Grenzschicht, in der der Niederschlag noch zu 50% als Schnee fällt (bzw. fallen kann).
Die Schneefallgrenze hat nix mit der Grenze zu tun, ab der der Schnee liegen bleibt, diese Grenze ist ja nahezu gleichzusetzen mit der 0°C-Grenze.
Da die Schneefallgrenze von Temperatur UND Luftfeuchte abhängig ist, denke ich, ist die Berechnung über die Feuchttemperatur ein probates Mittel, da in die Feuchttemperatur ja beide Werte mit einfließen und somit besser als die "2°C-Annahme" oder die "200-300m-Unterhalb der 0°C-Grenze-Amnnahme" ist.

Ich habe in meine Formeln jetzt mal diese Bedingungen eingebaut und habe zur Bestimmung der Kennlinien, wie im Eröffnugsposting geschrieben, eine 2-Punkt-Betrachtung einfließen lassen, d.h. um zu bestimmen um welchen Wert die Temperatur (wie auch die Feuchttemperatur) pro Höhenmeter abnimmt, betrachte ich den Temperaturunterschied meiner Station auf 345mNN im Vergleich zu der Station an meinem Ort, welche 815m höher liegt (auf 1160mNN) und somit wird der Temperaturquotient immer individuell angepasst.

Ich denke mit diesem Verfahren kann ich die 0°C-Grenze recht brauchbar für meine Region berechnen (zumindest so lange die 0°C zwischen meiner Station und der Bergstation liegt und keine Inversionswetterlage vorliegt).

Und auch die Schneefallgrenze über die Feuchttemperatur scheint recht plausibel sich abzuzeichnen, zumindest ändert sich die Höhe der Schneefallgrenze im Verhältnis zu der 0°C-Grenze mit der Luftfeuchte, d.h. ist die Luft trockener, ist die Differenz zwischen 0°C-Grenze und Schneefallgrenze größer, nimmt die Luftfeuchte zu, nähern sich die Schneefallgrenze der 0°C-Grenze an, was somit plausibel ist, denn laut Literatur ist bei 100% Luftfeuchte, die Schneefallgrenze kurz unterhalb der 0°C-Grenze und reicht bei trockener Luft bis zu mehreren 100m unterhalb der 0°C Grenze (im Extremfall kann es ja auch mal bei z.B. 7°C Schneien/Schneeregnen, was dann ja, wenn man im Schnitt 1K Temperaturunterschied pro 100Höhenmeter annimmt, 700m ausmachen würden).

Aktuelle Werte:

meine Station auf 345mNN:
Takt: 9,0°C
Ttau: 7,0°C
Tfeucht: 8,0°C
rel. LF: 88%

selber Ort, jedoch auf 1160 mNN:
Takt: 2,4°C
Ttau: 2,2°C
Tfeucht: 2,3°C
rel. LF: 99%

0°C-Grenze (mit obigen Werten berechnet): 1456 mNN
SFG (mit obigen Werten berechnet und bei Feuchttemperatur 1°C angesetzt): 1346 mNN

Gruß Frank

Beiträge zusammengeführt, weil der Autor sich selbst geantwortet hat statt seinen letzten Beitrag zu ändern: 03.12.2017, 09:09:57
Naja, laut Definition der Schneefallgrenze ist diese die Grenzschicht, in der der Niederschlag noch zu 50% als Schnee fällt (bzw. fallen kann).
Die Schneefallgrenze hat nix mit der Grenze zu tun, ab der der Schnee liegen bleibt, diese Grenze ist ja nahezu gleichzusetzen mit der 0°C-Grenze.
Da die Schneefallgrenze von Temperatur UND Luftfeuchte abhängig ist, denke ich, ist die Berechnung über die Feuchttemperatur ein probates Mittel, da in die Feuchttemperatur ja beide Werte mit einfließen und somit besser als die "2°C-Annahme" oder die "200-300m-Unterhalb der 0°C-Grenze-Amnnahme" ist.

Ich habe in meine Formeln jetzt mal diese Bedingungen eingebaut und habe zur Bestimmung der Kennlinien, wie im Eröffnugsposting geschrieben, eine 2-Punkt-Betrachtung einfließen lassen, d.h. um zu bestimmen um welchen Wert die Temperatur (wie auch die Feuchttemperatur) pro Höhenmeter abnimmt, betrachte ich den Temperaturunterschied meiner Station auf 345mNN im Vergleich zu der Station an meinem Ort, welche 815m höher liegt (auf 1160mNN) und somit wird der Temperaturquotient immer individuell angepasst.

Ich denke mit diesem Verfahren kann ich die 0°C-Grenze recht brauchbar für meine Region berechnen (zumindest so lange die 0°C zwischen meiner Station und der Bergstation liegt und keine Inversionswetterlage vorliegt).

Und auch die Schneefallgrenze über die Feuchttemperatur scheint recht plausibel sich abzuzeichnen, zumindest ändert sich die Höhe der Schneefallgrenze im Verhältnis zu der 0°C-Grenze mit der Luftfeuchte, d.h. ist die Luft trockener, ist die Differenz zwischen 0°C-Grenze und Schneefallgrenze größer, nimmt die Luftfeuchte zu, nähern sich die Schneefallgrenze der 0°C-Grenze an, was somit plausibel ist, denn laut Literatur ist bei 100% Luftfeuchte, die Schneefallgrenze kurz unterhalb der 0°C-Grenze und reicht bei trockener Luft bis zu mehreren 100m unterhalb der 0°C Grenze (im Extremfall kann es ja auch mal bei z.B. 7°C Schneien/Schneeregnen, was dann ja, wenn man im Schnitt 1K Temperaturunterschied pro 100Höhenmeter annimmt, 700m ausmachen würden).

Aktuelle Werte:

meine Station auf 345mNN:
Takt: 9,0°C
Ttau: 7,0°C
Tfeucht: 8,0°C
rel. LF: 88%

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Tfeucht: 2,3°C
rel. LF: 99%

0°C-Grenze (mit obigen Werten berechnet): 1456 mNN
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Gruß Frank
Naja, laut Definition der Schneefallgrenze ist diese die Grenzschicht, in der der Niederschlag noch zu 50% als Schnee fällt (bzw. fallen kann).
Die Schneefallgrenze hat nix mit der Grenze zu tun, ab der der Schnee liegen bleibt, diese Grenze ist ja nahezu gleichzusetzen mit der 0°C-Grenze.
Da die Schneefallgrenze von Temperatur UND Luftfeuchte abhängig ist, denke ich, ist die Berechnung über die Feuchttemperatur ein probates Mittel, da in die Feuchttemperatur ja beide Werte mit einfließen und somit besser als die "2°C-Annahme" oder die "200-300m-Unterhalb der 0°C-Grenze-Amnnahme" ist.

Ich habe in meine Formeln jetzt mal diese Bedingungen eingebaut und habe zur Bestimmung der Kennlinien, wie im Eröffnugsposting geschrieben, eine 2-Punkt-Betrachtung einfließen lassen, d.h. um zu bestimmen um welchen Wert die Temperatur (wie auch die Feuchttemperatur) pro Höhenmeter abnimmt, betrachte ich den Temperaturunterschied meiner Station auf 345mNN im Vergleich zu der Station an meinem Ort, welche 815m höher liegt (auf 1160mNN) und somit wird der Temperaturquotient immer individuell angepasst.

Ich denke mit diesem Verfahren kann ich die 0°C-Grenze recht brauchbar für meine Region berechnen (zumindest so lange die 0°C zwischen meiner Station und der Bergstation liegt und keine Inversionswetterlage vorliegt).

Und auch die Schneefallgrenze über die Feuchttemperatur scheint recht plausibel sich abzuzeichnen, zumindest ändert sich die Höhe der Schneefallgrenze im Verhältnis zu der 0°C-Grenze mit der Luftfeuchte, d.h. ist die Luft trockener, ist die Differenz zwischen 0°C-Grenze und Schneefallgrenze größer, nimmt die Luftfeuchte zu, nähern sich die Schneefallgrenze der 0°C-Grenze an, was somit plausibel ist, denn laut Literatur ist bei 100% Luftfeuchte, die Schneefallgrenze kurz unterhalb der 0°C-Grenze und reicht bei trockener Luft bis zu mehreren 100m unterhalb der 0°C Grenze (im Extremfall kann es ja auch mal bei z.B. 7°C Schneien/Schneeregnen, was dann ja, wenn man im Schnitt 1K Temperaturunterschied pro 100Höhenmeter annimmt, 700m ausmachen würden).

Aktuelle Werte:

meine Station auf 345mNN:
Takt: 9,0°C
Ttau: 7,0°C
Tfeucht: 8,0°C
rel. LF: 88%

selber Ort, jedoch auf 1160 mNN:
Takt: 2,4°C
Ttau: 2,2°C
Tfeucht: 2,3°C
rel. LF: 99%

0°C-Grenze (mit obigen Werten berechnet): 1456 mNN
SFG (mit obigen Werten berechnet und bei Feuchttemperatur 1°C angesetzt): 1346 mNN

Gruß Frank



Hallo Frank
Haste für die Berechnung eine Formel?

MEINOLF


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Re: Null-Grad-Grenze berechnen?
Antwort #7 am: 03.12.2017, 11:28:45
Hallo,

du meinst für die Schneefallgrenze?

Für diese musst du zuerst die Feuchttemperatur berechnen, diese liegt in etwa in der Mitte zwischen Taupunkt und Temperatur, als Beispiel:
T= 6°C
TP = 2°C
dann wäre die Feuchttemperatur 4°C
Formel:
Feuchttemperatur = (T + TP)/2

Man sagt nun, dass ab einer Feuchttemperatur von 1°C der Regen in Schnee übergeht, ich habe bei meinen Berechnungen jedoch 1,5°C angesetzt, das passt nach meiner bisherigen Erfahrung sehr gut.

So, jetzt musst du nur noch den Temperaturquotient pro 100m Höhe wissen und du kannst dann von deiner berechneten Feuchttemperatur berechnen in welcher Höhe die 1,5°C Feuchttemperatur erreicht wird und das ist dann die Schneefallgrenze.

Beispiel:
nehmen wir die oben berechnete Feuchttemperatur von 4°C und nehmen an, die ist auf einer Höhe von 300mNN gemessen.
Nun nimmt z.B. die Temperatur pro 100m Höhe um 0,8°C ab, daraus folgt: 4°C - 1,5°C = 2,5°C -> (2,5°C / 0,8) * 100 = 313, d.h. 313m oberhalb von der Messstation liegt eine Feuchttemperatur von 1,5°C vor und somit geht hier der Regen in Schnee über = Schneefallgrenze 300m + 313m = 613mNN

Formel:
Schneefallgrenze =  ((Feuchttemperatur - 1,5) / Temperaturquotient) *100 + Höhe der Messstation
Schneefallgrenze =  (((T-TP)/2                - 1,5) / Temperaturquotient) *100 + Höhe der Messstation


Den Temperaturquotienten kann ich bei meiner Station ja real berechnen, da ich den Luxus habe, dass ich 815m oberhalb von mir eine Bergmessstation habe und somit anhand des Temperaturunterschiedes zwischen mir und der Bergstation exakt den Temperaturquotienten berechnen kann.

Wenn du diesen Luxus nicht hast, nimm einfach 0,8 als Temperaturquotient, der ist zwar nicht immer korrekt, doch ist er ein gutes Mittelmaß (je nach Luftschichtverteilung liegt ein Temperaturquotient meist zwischen 0,6 und 1,0 vor).

Noch eine Ergänzung:
Willst du die Feuchttemperatur noch exakter berechnen als über (T-TP)/2 gibt es noch eine etwas umfangreichere Formel, der darüber errechnete Wert ist aber nur unwesentlich anders als über die einfache Formel, ich stelle diese umfangreichere Formel jedoch zur Vollständigkeit hier auch mal noch rein:

Feuchttemperatur =
-5.809 +0.058*Luftfeuchte +0.697*Temperatur +0.003*Luftfeuchte*Temperatur

Ich hoffe du kannst mit meinen Ausführungen was anfangen.
Gruß Frank
« Letzte Änderung: 03.12.2017, 11:59:24 von Wetterfrosch1971 »