Strahlungsschutz-Vergleichsmessstellen-Genauigkeit  (Gelesen 190 mal)

Offline JKA

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Moin, moin zusammen,
 
im Forum wird ja ziemlich viel über Strahlungsschutz für Temperatursensoren geschrieben:
Davis passiv-aktiv, Selbstbau mit Blumenuntersetzern, Rohren, Wetterhütte  etc.

Ich frage mich, was der Sinn des Ganzen ist und ob es wirklich nörig ist.
Ich habe für zwei meiner Temperatursensoren der Nexus einen "Strahlungsschutz" gebastelt, bestehend aus einem weißen Kunststoffrohr mit Lüftungsschlitzen, montiert in 2 m Höhe.
Dass der Sensor einfach in voller Sonne hängt geht nicht, soweit seh ichs ein.

Auf meinem Grundstück ist der eine Sensor auf der Nordseite des Hauses aufgestellt, ca. 7m von der Hauswand entfernt (ging auf Nordseite nicht weiter weg), der andere Sensor steht frei auf einer Rasenfläche mitten im Garten, teilweise voll besonnt.

Die Messwerte beider differieren, je nach Tageszeit und Wetter.
Bei bedecktem Himmel zeigen sie annährernd gleiche Werte.
In voller Sonne , ohne Woken - so wie seit einigen Tagen bei uns - beträgt der maximale Unterschied ca. 2 Grad, meist um die Mittagszeit wen der eine volle Sonne hat.

Vergleichsmesstellen (Uni Rüsselsheim, Uni Mainz, Agrarmetereologische Messtelle RLP) liegen zwischen 5 und 35km entfernt von meinem Grundstück.
Als echter "Vergleich" ist das wohl ungeeignet.

Was also ist die "wahre" Temperatur?

Für mich eben die, die ich auf meinem Grundstück messe, unabhängig davon wie kompliziert, ausgetüftelt oder teuer mein Strahlungsschutz ist.
Wenn die Temperatur auf meiner Nordseite 1-2 Grad niedriger ist als auf der Südostseite - dann ist es halt so. Damit kann/muss ich leben.
Dass diese Werte nicht DWD-gerecht sind ist mir klar, werd ich auch mit meiner Station in meinem Umfeld nie erreichen.

Was würde sich mit optimalem Drumherum (Wetterhütte z.B.) ändern?
Würde ich dann "genauer" messen und womit sollte ich "kalibrieren" um das zu bestätigen?

Was meint Ihr?

Sonnige Grüße

Jürgen

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Offline LE-Wetter

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Re: Strahlungsschutz-Vergleichsmessstellen-Genauigkeit
Antwort #1 am: 29.06.2019, 13:46:17
Kuz und knapp:

Du ermittelst deinen Wert an einem Ort, Bedingung ist, es sollte der Ort und die Bedingung nicht geändert werden. Du ermittelst also über einen längeren Zeitraum ein Mikroklima und die Werte die du ermittelst, für deinen Ort sind maßgeblich. Natürlich sollte der Sensor nicht in der prallen Sonne hängen  ;) Aber wenn deine nächste (DWD) Referenzstation zBsp. 5 km weg ist und du hast immer 1 Grad mehr zBsp., dann misst du so verkeht nicht.
Leipzig zum Beispiel hat gleich zwei DWD Stationen und die sind für den Ort Leipzig so etwas von "nicht relevant" weil sie beide weit außerhalb der Stadt liegen und ein Stadtklima hier wird überhaupt nicht berücksichtigt. Das Stadtklima liegt nämlich bei den Temperaturen dann in der Stadt (idR ja in jeder größeren Stadt) deutlich höher, Luftfeuchte deutlich tiefer. Deshalb sind aber die Werte des DWD nicht verkehrt. (Ich habe übrigens schon DWD und Kachelmannstationen  gesehen, die sehr fragwürdige Aufstellungen hatten)
Präzisionsgenauigkeit ist also nicht das Wichtigste, sondern identische Bedingungen an einem Ort.
Liebe Grüße von LE-Wetter

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Offline JKA

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Re: Strahlungsschutz-Vergleichsmessstellen-Genauigkeit
Antwort #2 am: 30.06.2019, 19:00:27
Hallo LE-Wetter,

danke für deinen Kommentar.

Was du in deinem ersten Satz schreibts, kann ich voll unterstützen.
Ich messe die Werte an meinem Ort, die Wetterlage, die Temperatur kann in 5km schon ganz anders sein.
Am wichtigsten scheint mir, Ort und Bedingungen nicht dauernd zu wechseln, in der Hoffnung zwei  10tel Grad "besser" zu werden. Soll heißen:
ich bin ja gerade dabeo, meine Nexus kennen zu lernen, die Sensoren zu plazieren etc.
Werde wohl damit beginnen, dass der Sensor in meinem weißen Kunststoffrohr verbleibt und darauf achten - wenn's möglich ist - dass der Sensor , egal welcher Sonnenstand gherrscht, nicht von direkter Sonneneinstrahlung getroffen wird. Oben drauf in ausreichendem Durchlüftungsabstand ein Deckel der vor Regen schützt.
Damit lass ichs mal gut sein. Wenn ich so einige Monate messe habe ich zumindest vergleichbare (eigene) Werte meines (eigenen) Mikroklimas.

Was ich mir noch überlege ist, ob der Sensor in einem schattigen Bereich steht oder in voller Sonne (DWD-DBedingung?)  (was sicher im Hochsommer etwas zu hohe Werte bedeuten kann).
Wobei, DWD-Bedingungen kann ich eh nicht einhalten (100 m2 Rasenfläche, freivon Beeinflussung durch Bebauung, Beschattung etc.).

Eine Wetterhütte würde mir zwar gefallen (du hast eine optimale Hütte glaub ich), aber dann beginnen auch wieder die Fragen: Standort, Belüftung...
Abgesehen davon ist mir momentan der Bau einer Hütte zu aufwändig.

Schönen Sonntagabend
Jürgen