Frage zur Berechnung des Kondensationsniveau  (Gelesen 1002 mal)

Offline Wetterfrosch1971

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Hallo,

die Wolkenhöhe die im Metar-Code angegeben ist, ist ja die Untergrenze der Wolkenschicht, richtig?
Doch worauf bezieht sich deren Höhenangabe, ist das die Höhe (in Fuß) über Grund des Messstandortes oder über Normalnull?

Gibt es sonst noch irgendwelche Dienste / Wetterkarten, auf denen man die Wolkenuntergrenzenhöhe ablesen kann?
Ich habe diesbezüglich diese Karte gefunden, diese scheint mir rel. brauchbar zu sein:
https://meteo-parapente.com/

Mir geht es darum, weil ich gerade versuchsweise die Wolkenuntergrenze bzw. das Kondensationsniveau anhand dieser Formel berechne und würde gerne überprüfen, ob diese Berechnung einigermaßen hinkommt (mir ist bewusst, dass diese Berechnung eher bei stabilen Hochdruckwetterlagen funktioniert):

Kondensationsniveau  in mNN = (Temperatur - Taupunkt) * 122 + Standorthöhe in mNN

Der Faktor 122 kommt daher, dass man annimmt, dass die Temperatur pro 100hm um 0,8°C abnimmt (100/0,8 = 122), d.h. Formel funktioniert natürlich nur bei Normalwetterlagen, nicht bei Inversion.

Da ich an meinem Standort den Luxus habe und sowohl die Messwerte auf 345mNN wie auch auf 1165mNN habe, kann ich den Temperaturunterschied pro 100hm exakt berechnen und somit den Faktor in der Formel dementsprechend verändern/anpassen.

Auch kann ich für die Berechnung entweder Temperatur und Taupunkt meiner Station verwenden (für den Fall dass Kondensationsniveau unterhalb des Standortes der Bergstation liegt) oder die Messwerte der Bergstation (wenn das Kondensationsniveau oberhalb der Bergstation liegt).
Ich denke, es macht Sinn, immer Temperatur und Taupunkt der Station zu verwenden, die höhentechnisch näher an der Höhe des Kondensationsniveau liegt, d.h. wenn das Kondensationsniveau oberhalb der Bergstation liegt, ist es sinnvoller die Messwerte der Bergstation für die Berechnung zu verwenden und nicht die meiner Talstation.

Ich weiß, dass man so etwas nie exakt berechnen kann, trotzdem ist es eine nette "Spielerei" um auszuprobieren, ob man mit solchen Berechnungen eine ungefähre Aussage treffen kann.

Gruß Frank


« Letzte Änderung: 11.01.2017, 14:56:17 von Wetterfrosch1971 »

Wetterstationen.info Forum

Frage zur Berechnung des Kondensationsniveau
« am: 11.01.2017, 13:58:39 »

Offline cyclonemystery

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Re: Frage zur Berechnung des Kondensationsniveau
Antwort #1 am: 11.01.2017, 15:50:04
Als ehemaliger Beobachter ist die Untergrenze der Wolkenschicht die Angabe der Wolkenhöhe in Fuss im Metar. Sie wird geschätzt bzw. gemessen von der jeweiligen Stationshöhe.

Gruß
Rüdiger

Offline heimfried

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Re: Frage zur Berechnung des Kondensationsniveau
Antwort #2 am: 11.01.2017, 18:46:39
[...]
Ich weiß, dass man so etwas nie exakt berechnen kann, trotzdem ist es eine nette "Spielerei" um auszuprobieren, ob man mit solchen Berechnungen eine ungefähre Aussage treffen kann.

Ich habe mal die Höhenlage von Steigungsregen berechnet, das ist ja eine ähnliche Frage.

http://www.wetterstationen.info/forum/wetter-talk/aktuelle-luftdruck-daten-(abs)-vom-dwd/msg237349/?topicseen#msg237349

Falls dich mehr Spielerei dazu interessiert:
http://www.bauphysikpraxis.de/temp3

Damit kannst du auch sehen, ob zwischen deinen beiden Stationen mit dem großen Höhenunterschied ein vertikaler Luftmassenaustausch stattfindet, weil du die jeweiligen Zustände auf ihren Wasserdampfgehalt untersuchen kannst. (Das, was auch in der Meteorologie als "absolute Feuchte" gehandelt wird, ist keinesfalls absolut, weil es druckabhängig ist.)

http://www.hygrothermik.de/rechner/feuchterechner8d.php

Gruß, Günter