Netatmo-Wetterstation > Alternative  (Gelesen 7200 mal)

Offline GS63

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Netatmo-Wetterstation > Alternative
am: 11.11.2015, 11:52:13
Ich denke, dass mit dem seit Anfang November erhältlichen Windmesser eine Netatmo-Station (mit Regen- und Windmesser) nun tatsächlich als alternative Wetterstation einzustufen ist. Letztendlich muss man natürlich für ein abschließendes Urteil die Messgenauigkeit der Windwerte noch abwarten…  :kaffee:

Trotzdem bin ich, bezüglich der Einrichtung und der bis jetzt vorhandenen Messwerte,  von den bei mir seit knapp einer Woche im Testbetrieb befindlichen Netatmo-Modulen (ohne Windmesser) positiv überrascht. Das Außenmodul steht bei mir in einer Wetterhütte mit Aktivkühlung…

Die folgenden Punkte sind nach meinem Geschmack noch verbesserungswürdig:

•   Das Herunterladen der eigenen Wetterdaten als csv/xls-Datei ist nur getrennt (Außen / Innen) möglich!? Für Auswertungen daher eher umständlich zu händeln.  :(

•   Ich teste gerade das Abspeichern der Wetterdaten per PHP-Skript in eine MySQL-Datenbank. Leider stellt hier Netatmo die Daten nur im 10-Minuten-Intervall zur Verfügung. Bei der oben genannten Möglichkeit (csv/xls-Datei) werden die Daten im 5-Minuten-Intervall angeboten.  :?

Gruß
Georg

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Netatmo-Wetterstation > Alternative
« am: 11.11.2015, 11:52:13 »

Offline Holli

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #1 am: 11.11.2015, 13:02:04
Die folgenden Punkte sind nach meinem Geschmack noch verbesserungswürdig:

•   Das Herunterladen der eigenen Wetterdaten als csv/xls-Datei ist nur getrennt (Außen / Innen) möglich!? Für Auswertungen daher eher umständlich zu händeln.  :(

•   Ich teste gerade das Abspeichern der Wetterdaten per PHP-Skript in eine MySQL-Datenbank. Leider stellt hier Netatmo die Daten nur im 10-Minuten-Intervall zur Verfügung. Bei der oben genannten Möglichkeit (csv/xls-Datei) werden die Daten im 5-Minuten-Intervall angeboten.  :?
Mehr nicht? Das heißt, man kann einen beliebigen (eigenen) Zielserver für die Datenübertragung angeben?

Bei den Außenwerten ist mir egal, wer sie sieht. Aber die Innentemperatur, der CO2-Gehalt der Luft und der Geräuschpegel geben so viele Informationen über die Privatsphäre preis, daß sie nichts in fremden Händen zu suchen haben. Das kapieren manche Leute zwar erst, wenn es zu spät ist und andere viel mehr über sie wissen als sie selbst, aber andere wollen diese Datenkraken erst gar nicht mehr als unvermeidbar füttern.
Dietmar

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Offline BigBlue007

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #2 am: 11.11.2015, 13:39:49
Ich bin wahrsch. mit einer der ersten netatmo-Nutzer in Deutschland; meine Module haben Seriennummern im zweistelligen Bereich. :) Ich war hier länger nicht mehr aktiv, justament gestern mal wieder, wegen einer Frage bzgl. der Android-App. Dieser Thread gibt mir Gelegenheit, mal was loszuwerden, ohne einen uralten Thread aus der Versenkung holen zu müssen.

Mein Eindruck ist, dass das Teil hier im Forum überwiegend abgelehnt wird, primär wegen der Cloudanbindung. Und Holli, Du bist mir da auch aktiv in Erinnerung. :D Ehrlich gesagt habe ich nie so recht verstanden, was daran nun genau das Problem sein soll. Und ich bin wohlgemerkt niemand, der mit seinen Daten sorglos umgeht.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall - ich halte mich im Vergleich zu den Leuten, die ich so kenne, für geradezu paranoid. :D Es käme mir z.B. nie in den Sinn, Facebook zu nutzen - allerdings gar nicht mal nur wegen der Datenschutzfrage, sondern weil ich halt noch die Denke habe, dass mein Privatleben niemanden was angeht, genauso wie mich das Privatleben anderer nicht interessiert. Und für die Fälle, wo das dann doch mal der Fall ist, habe ich einen Fake-Account, um recherchieren zu können, und das Gefundene bestätigt dann auch jedes Mal, warum ich selbst den Verein meide. :D

Ich benutze auch kein Dropbox & Co., sondern habe mein eigenes Clouddrive.

Allerdings - wenn ich die Argumente lese, die hier so kommen, dann weiß ich, dass es auch noch wesentlich paranoider geht. Es gibt durchaus Dinge, mit denen ich leben kann, weil ich sie als unproblematisch ansehe, und wenn mir diese Dinge das Leben einfacher oder angenehmer machen, dann nutze ich das auch.

Mit Blick auf netatmo erschließt sich mir wie gesagt nicht, wo das Problem sein soll. Es war von Anfang an klar, dass nur die Daten der Außensensoren für die Öffentlichkeit einsehbar sind - und dies lässt sich auf Wunsch abschalten. Desweiteren kann man seine eigene Position irgendwo mitten auf die Straße und ein paar hundert Meter weg platzieren, so dass nicht sichtbar ist, wo genau man wohnt. Dass sich aus den Innensensoren prima ermitteln lässt, wann jemand zu Hause ist, ist zwar richtig, aber das sieht doch keiner. Was genau befürchten die Leute? Dass die Daten an den lokalen Einbrecherring gelangen, damit der weiß, wann man zu Hause ist? Da scheint mir aber das Risiko, dass jemand eine Zeitlang mein Haus beobachtet, ein ganz erheblich Realistischeres zu sein. Und wer sonst sollte - aus welchen Gründen - ein Interesse daran haben, zu wissen, wann hier jemand zu Hause ist? Klar, netatmo weiß das, aber ganz ehrlich - wen juckt das? Diese Information ist für die genauso interessant wie die Information, dass ich eine Wetterstation habe - und das wissen sie ja auch. Die Vorstellung, dass dort irgend jemand sitzen könnte, der sich daran ergötzt, herauszufinden, welche netatmo-Nutzer wie lange zu Hause sind, erscheint mir dann doch ein wenig lächerlich. :)

Für mich überwiegen hier ganz klar die Vorteile. Zum einen war ich schon lange, bevor es die netatmo gab, auf der Suche nach einer Wetterstation, deren Daten ich jederzeit in Form von Widgets auf mobilen Geräten einsehen kann. Die einzige Lösung, die zumindest halbwegs etwas Vergleichbares konnte, und die es vorher schon gab, war die Kombination aus Davis-Wetterstation und IP-Logger. Ich weiß nicht mehr genau, was es war, aber irgendwas, das mir wichtig war, funktionierte auch damit nicht, mal ganz abgesehen davon, dass das natürlich auch eine schweineteure Lösung war. Und witzigerweise ist der Davis IP-Logger, was die Datenschutzfrage angeht, ja eine noch viel größere Katastrophe. Denn hier werden auch alle Daten zum Davis-Server übertragen - aber es sind auch ALLE Daten einschl. der Innenwerte für Jedermann einsehbar. Irgendwie kann ich mich nicht daran erinnern, dass sich DA jemals groß wer drüber aufgeregt hatte. Wahrscheinlich, weil es a) Davis war, und es b) nicht "Cloud" hieß... :D

Das Beste von Davis ist m.E. übrigens deren Strahlenschutzgehäuse - da steckt mein Außensensor drin. :)

Ich für meinen Teil habe seit der Anschaffung der netatmo die Suche beendet. Das einzige, was mich in dieser Zeit noch umtrieb, war, dass es irgendwann einen Regen- und einen Windmesser gibt, und inzw. gibt es Beides. Viele zweifelten damals, dass das kommen wird, wohl auch deshalb, weil viele der Ansicht waren, dass sich das System eh nicht durchsetzt. Ein Blick auf die Weathermap zeigt jedoch, dass sich das Teil offenbar außerordentlich gut verkauft, und das offenbar nicht nur an Leute, die mit Wetterstationen vorher nix am Hut hatten. Für die sind Regen- und Windsensoren vermutlich eher uninteressant. Dass diese Sensoren gelauncht wurden, beweist m.E. auch, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Kunden Leute sind, die in dieser Richtung durchaus mit einem gewissen gesteigerten Interesse unterwegs sind.

Erst gestern hatte ich mit meiner Frau eine Diskussion, ob der letzte Sommer wärmer war als der davor. Einmal klicken, einmal auf die Seite drehen, einmal Pinch-Geste zum Zusammenziehen der Temperaturkurve - dauerte keine 15 Sekunden, um den Verlauf der letzten 3 Jahre begutachten zu können. Und das ohne, dass ich dafür irgendeine eigene Software laufen lassen und warten oder mich um sonst irgendwas kümmern müsste. Es geht weder einfacher noch optisch ansprechender. Und dass bei netatmo ein Serveradmin weiß, wann ich zu Hause bin - ganz ehrlich, das interessiert mich einen Scheiss... :D

Diejenigen, die damit ein Problem haben, sollten schon mal damit anfangen, sich Gegenstrategien gegen die smarten Stromzähler zu überlegen, die irgendwann Standard werden. Da weiß dann nämlich nicht mehr nur eine kleinere französische Butze, sondern ein böser Stromkonzern, wann man zu Hause ist. :D

Ich denke, das größte Problem, das hier einige mit netatmo haben, ist, dass damit ein einstmals sehr technikaffines Hobby ein Stückweit zum Mainstream wird - plötzlich kann JEDER eine Wetterstation haben, die, wenn man mal ehrlich ist, mehr kann, als so manche TFA-Gurke. DAS ist, so denke ich, für manche wirklich ein Problem. Ich hatte damit nie eins. Ich war und bin ein technikaffiner Mensch und könnte auch wesentlich komplexere Gerätschaften aufbauen, aber es gibt halt Dinge, die wirklich ein richtig großes Hobby sind und wo ich mich intensiv mit befassen möchte, und Dinge, die mich zwar auch irgendwo interessieren, aber wo ich eigentlich möchte, dass sie einfach nur problemlos funktionieren. Und Wettermessung gehörte halt immer schon zu Letzterem.

"Nur, weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind..." :D
« Letzte Änderung: 11.11.2015, 13:50:03 von BigBlue007 »

Offline GS63

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #3 am: 11.11.2015, 13:54:53

Das heißt, man kann einen beliebigen (eigenen) Zielserver für die Datenübertragung angeben?

Ja, z.B. nur die Daten Datum/Uhrzeit , Außentemp., Luftdruck, Luftfeuchte, Regenmenge.  ;)

@BigBlue007  :top:

Offline BigBlue007

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #4 am: 11.11.2015, 13:59:32
Nein nein, einen eigenen Zielserver kann man natürlich nicht angeben. Macht auch keinen Sinn, da das nicht der Idee der Station entspricht.

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
« Antwort #4 am: 11.11.2015, 13:59:32 »

Offline GS63

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #5 am: 11.11.2015, 14:07:22
Die Wetterdaten meiner Netatmo-Wetterstation werden nach Aufruf des PHP-Skriptes in meine MySQL-DB-Tabelle geschrieben. Die Datenbank liegt auf dem Server des Webhosters....

Offline BigBlue007

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #6 am: 11.11.2015, 14:24:27
Ja, das ist schon klar. Aber das passiert ja erst, NACHDEM die Daten auf dem netatmo-Server angekommen sind, und nur von dort kannst Du sie ja abziehen.

Holli dürfte es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darum gehen, dass die Daten von vornherein woanders hin als auf den netatmo-Server geschickt werden können. Alles andere macht im Kontext seiner Argumentation wenig Sinn. Und das geht halt nicht, und wird mit Sicherheit auch nie gehen.

Offline meteoware

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #7 am: 11.11.2015, 15:09:50
Und das geht halt nicht, und wird mit Sicherheit auch nie gehen.
Mit etwas Bastelarbeit würde das wahrscheinlich auch gehen, dann verzichtet man aber auf eine ganze Reihe von Vorteilen, die nur Netatmo bietet und eigentlich diese Station ausmacht.

Offline Holli

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #8 am: 11.11.2015, 15:31:13
Allerdings - wenn ich die Argumente lese, die hier so kommen, dann weiß ich, dass es auch noch wesentlich paranoider geht. Es gibt durchaus Dinge, mit denen ich leben kann, weil ich sie als unproblematisch ansehe, und wenn mir diese Dinge das Leben einfacher oder angenehmer machen, dann nutze ich das auch.
Big Data ist längst keine Paranoia mehr. Es geht auch nicht um einzelne Daten, sondern um die Gesamtheit, die man ständig abliefert, sei es durch sein Surfverhalten, sein Bewegungsprofil oder seine Fernsehgewohnheiten. Deshalb gibt es keine privaten Daten mehr, die "unproblematisch" sind.

Grundsätzlich sind Stationen wie die Netatmo, Gesundheits-Apps oder kooperative Kommunikation zwischen Autos eine geniale Sache. Problematisch werden sie alle erst durch das enorme Mißbrauchspotential und die Möglichkeit, alle diese Daten zusammenzuführen und auszuwerten. Noch vor 20 Jahren war so etwas völlig undenkbar, inzwischen ist es tägliche Realität, und die Ideen, was man noch alles mit diesen Daten anstellen kann, werden täglich mehr.

Es ist direkt auffällig, daß es kaum noch Neuheiten gibt, die den Schutz der Privatsphäre hart garantieren, indem überhaupt nicht erst Daten an Dritte gehen, zumindest optional. Was spricht dagegen, die Netatmo oder den IP-Logger von Davis die Daten an einen beliebigen eigenen Server liefern zu lassen? Wer das nicht nutzen will, soll gern den Service der Cloud nutzen, aber wer seine Innenraumdaten zwar auswerten, aber nicht an Dritte geben will, sollte das auch können. Bei IP-Webcams war es von Anfang an eine Selbstverständlichkeit, daß der Nutzer den Zugriff vollständig selbst bestimmt, und eine Cloud war bestenfalls ein optionaler zusätzlicher Service des Herstellers. Dieser Trend hat sich inzwischen komplett umgekehrt, und das sicher nicht aus Nächstenliebe.

Zitat
Mit Blick auf netatmo erschließt sich mir wie gesagt nicht, wo das Problem sein soll. Es war von Anfang an klar, dass nur die Daten der Außensensoren für die Öffentlichkeit einsehbar sind - und dies lässt sich auf Wunsch abschalten. Desweiteren kann man seine eigene Position irgendwo mitten auf die Straße und ein paar hundert Meter weg platzieren, so dass nicht sichtbar ist, wo genau man wohnt. Dass sich aus den Innensensoren prima ermitteln lässt, wann jemand zu Hause ist, ist zwar richtig, aber das sieht doch keiner.
Netatmo sieht es, und das reicht völlig. Weißt du, sie mit den Daten anstellen? Allein sind sie wertlos, aber zusammen mit deinem Bewegungsprofil, deinen Interessen und deinen Kaufgewohnheiten sind sie plötzlich eine Menge wert. Warte mal ab, bis dich deine Auto- oder Krankenversicherung hochstuft, weil die Gesamtheit der Daten zeigt, daß du ein erhöhtes Risiko darstellst. Sowas wird schneller Realität werden als uns allen lieb ist.

Zitat
Was genau befürchten die Leute? Dass die Daten an den lokalen Einbrecherring gelangen, damit der weiß, wann man zu Hause ist?
Du denkst zu kleinkariert. Über dieses Stadium sind die großen Datenkraken längst hinaus. Was glaubst du denn, weshalb aus Facebook innerhalb kürzester Zeit ein Milliardenunternehmen geworden ist? Und diese Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft, sondern wir stehen gerade mal am Anfang.

Zitat
Da scheint mir aber das Risiko, dass jemand eine Zeitlang mein Haus beobachtet, ein ganz erheblich Realistischeres zu sein.
Zu zeitaufwendig, zu teuer, nicht massentauglich. Die Informationen mit den heute verfügbaren Speicher- und Rechenkapazitäten aus der riesigen Datenmenge rauszufischen ist viel einfacher und schneller, und es wird ungefähr alle 1,8 Jahre doppelt so schnell bzw. halb so teuer (Mooresches Gesetz).

Zitat
Die Vorstellung, dass dort irgend jemand sitzen könnte, der sich daran ergötzt, herauszufinden, welche netatmo-Nutzer wie lange zu Hause sind, erscheint mir dann doch ein wenig lächerlich. :)
Ja, ist sie. Der Glaube, daß diese Daten isoliert bleiben, aber auch.

Zitat
Für mich überwiegen hier ganz klar die Vorteile. Zum einen war ich schon lange, bevor es die netatmo gab, auf der Suche nach einer Wetterstation, deren Daten ich jederzeit in Form von Widgets auf mobilen Geräten einsehen kann.
Dazu wird nicht zwingend ein Fremdserver benötigt. Wer sich nicht selbst um die Bereitstellung und Aufbereitung der Daten kümmern will oder kann, soll von mir aus den Service eines Dritten nutzen, aber er darf nicht dazu gezwungen sein.

Zitat
Und witzigerweise ist der Davis IP-Logger, was die Datenschutzfrage angeht, ja eine noch viel größere Katastrophe. Denn hier werden auch alle Daten zum Davis-Server übertragen - aber es sind auch ALLE Daten einschl. der Innenwerte für Jedermann einsehbar. Irgendwie kann ich mich nicht daran erinnern, dass sich DA jemals groß wer drüber aufgeregt hatte. Wahrscheinlich, weil es a) Davis war, und es b) nicht "Cloud" hieß... :D
Dann ist dir entgangen, daß ich das vom ersten Tag an als K.O.-Argument abqualifiziert habe. Als die erste Meldung zu diesem Logger kam, fand ich die Idee genial, aber nachdem die Details dazu bekannt wurden, habe ich keinen weiteren Gedanken an diesen Schrott verschwendet.

Welcher Zacken würde Davis oder Netatmo aus der Krone brechen, wenn es einen einstellbaren Parameter für den Zielserver gäbe? Als Folgefrage ergibt sich unweigerlich: Cui bono? Was haben die Firmen davon, diesen Parameter NICHT wählbar zu machen? Allein diese Frage beweist schon, daß da was stinkt, denn wer ernsthaft glaubt, daß sie das aus reiner Nächstenliebe tun, glaubt auch an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und daran, daß die Erde eine Scheibe ist.
Dietmar

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Eine Aussage, die durch mehrere Ausrufezeichen bekräftigt wird, ist definitiv falsch.
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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
« Antwort #8 am: 11.11.2015, 15:31:13 »

Offline BigBlue007

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Re: Netatmo-Wetterstation > Alternative
Antwort #9 am: 11.11.2015, 16:26:13
Big Data ist längst keine Paranoia mehr. Es geht auch nicht um einzelne Daten, sondern um die Gesamtheit, die man ständig abliefert, sei es durch sein Surfverhalten, sein Bewegungsprofil oder seine Fernsehgewohnheiten. Deshalb gibt es keine privaten Daten mehr, die "unproblematisch" sind.
Ja, das ist so. Dann musst Du Dich allerdings aus unserer Gesellschaft ausklinken, wenn das für Dich ein Problem ist. "Keine Netatmo nutzen" löst von Deinem Problem ungefähr 0,001%. :D
Zitat
[...]Netatmo, Gesundheits-Apps oder kooperative Kommunikation zwischen Autos[...]
Daran sieht man wunderschön, was ich meine. Denn Du wirfst hier Dinge in einen Topf, die realistischerweise nichts miteinander zu tun haben. Ich käme im Leben nicht auf die Idee, irgendwelche Gesundheitsdaten in eine Cloud zu laden, und habe mich beim letzten Autokauf bewusst gegen diese Notruflösung entschieden, die allerdings eh bald Pflicht wird und die natürlich auch Vorteile gehabt hätte. Einfach weil DAS dann Dinge sind, die auch mir zu weit gehen. Aber ob einer weiß, wann hier jemand zu Hause ist (zumal hier eh IMMER jemand zu Hause ist, davon mal abgesehen :D ), juckt mich halt schlichtweg nicht. Solange "einer" nicht gerade ein potentieller Einbrecher ist - und so jemand käme wie gesagt eh anders an diese Information.

Letztlich hat man nur zwei Möglichkeiten, nein, eigentlich drei: Entweder, der Themenkomplex "Datenschutz" ist einem komplett egal. Dann ist man bei Facebook und lädt alles überall hoch, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Oder man ist so wie Du und koppelt sich komplett von allem ab, was sich an Technik in den letzten Jahren so entwickelt hat, weil "Big Data" halt gar nicht geht. Oder aber, man macht es so wie ich und findet einen für SICH SELBST vertretbaren und vernünftigen Mittelweg. Und dann kommt man halt darauf, dass es halt wirklich irrelevant ist, ob der Franzose nun weiß, wann ich zu Hause bin, und es im Prinzip sogar irrelevant ist, wenn diese Daten für andere zugänglich wären, einfach weil JEDES andere, nichts mit dem Netz und Computern zu tun habende denkbare Angriffsszenario auf meine Wohngewohnheiten erheblich realistischer ist. Dass hingegen meine Gesundheitsdaten bei einem Hack in fremde Hände gelangen, würde ich nicht wollen, ergo nutze ich nichts dergleichen.

Gegen diese Totalablehnung, wie Du sie betreibst, ist ja im Grunde nichts zu sagen. Das ist letztlich genauso eine Einstellung zum Thema wie die beiden anderen. Für mich persönlich, der ich mich wie gesagt eigentlich selber schon für definitiv überdurchschnittlich "paranoid" halte, entbehrt es zugegebenermaßen nicht einer gewissen Komik, wenn ich dann Leute lese, die nochmal viel schlimmer sind als ich, und wo ich dann ausnahmsweise mal von der anderen Seite her argumentiere. An anderer Stelle würde ich nämlich genauso argumentieren wie Du (und tue das tatsächlich auch), aber bei sowas wie dem Thema hier bin ich dann offenbar etwas "gemäßigter". :)
Zitat
Was spricht dagegen, die Netatmo oder den IP-Logger von Davis die Daten an einen beliebigen eigenen Server liefern zu lassen?
Tja, da hast Du jetzt leider die Scheuklappen des Techniknerds auf, die Dir den Blick auf den offenkundigen Grund dafür verschließen. Dabei ist es ganz einfach: Sowas würde sich nicht verkaufen. Dazu bräuchtest Du entweder eine lokale Software und einen dauerhaft laufenden PC, und müsstest darüber hinaus Ahnung von Dingen wie DynDNS haben (ich persönlich habe übrigens beides). Oder Du bräuchtest Kenntnisse, wie Du einen eigenen Server im Netz betreibst. Das Produkt richtet sich aber eben gerade NICHT an Experten, die das alles können, sondern an Leute, für die es möglichst unkompliziert sein soll. Oder, wie das bei mir ist, die das zwar alles durchaus könnten, für die es aber TROTZDEM unkompliziert sein soll. Nur so verkauft sich sowas in Stückzahlen. Das, was Dir vorschwebt, würde Dir und noch ein paar anderen gefallen, aber damit hätte sich kein Geschäftsmodell aufbauen lassen.
Zitat
Bei IP-Webcams war es von Anfang an eine Selbstverständlichkeit, daß der Nutzer den Zugriff vollständig selbst bestimmt, und eine Cloud war bestenfalls ein optionaler zusätzlicher Service des Herstellers. Dieser Trend hat sich inzwischen komplett umgekehrt, und das sicher nicht aus Nächstenliebe.
Nein, allerdings auch nicht deshalb, weil die Hersteller alle in Dein Wohnzimmer schauen wollen, sondern weil die allermeisten Leute halt einfach zu doof sind, eine Webcam einzurichten, die dann auch von außerhalb sichtbar ist. Und mit Produkten, die sich nur durcht IT-Experten einrichten lassen, ist halt nur begrenzt Geld zu verdienen.

Übrigens halte ich persönlich eine Webcam, die keine Cloudanbindung hat, die aber trotzdem so eingerichtet ist, dass der Nutzer von außerhalb auf sie zugreifen kann, für ein ganz erheblich größeres Sicherheitsrisiko als meine an netatmo übertragenen Innenraumdaten. Denn es besteht natürlich die Gefahr, dass jemand die Cam hackt, und dies halte ich für allemal realistischer, als dass jemand aufgrund meiner Innenraumdaten irgendetwas für mich Unangenehmes macht.
Zitat
Netatmo sieht es, und das reicht völlig. Weißt du, sie mit den Daten anstellen? Allein sind sie wertlos, aber zusammen mit deinem Bewegungsprofil, deinen Interessen und deinen Kaufgewohnheiten sind sie plötzlich eine Menge wert.
Da ich bei netatmo nix kaufe, wüsste ich nicht, welche Relevanz das für die hätte. Und amazon - ja, die wissen zugegebenermaßen eine Menge über meine Interessen, und ganz ehrlich - ob die dann noch zusätzlich wissen, wann hier jemand zu Hause ist und wann nicht, macht dann auch keinen Unterschied mehr. :)
Zitat
Warte mal ab, bis dich deine Auto- oder Krankenversicherung hochstuft, weil die Gesamtheit der Daten zeigt, daß du ein erhöhtes Risiko darstellst. Sowas wird schneller Realität werden als uns allen lieb ist.
Meine Autoversicherung zahlt mein Arbeitgeber, und eine Krankenversicherung (jedenfalls die gesetzliche) wird nicht "hochgestuft", allenfalls bekommen Leute, die ihre Gesundheitsdaten teilen, Rabatte. Nein, das finde ich auch nicht gut, und trotzdem werde ich diesen "Service" nicht in Anspruch nehmen".
Zitat
Dazu wird nicht zwingend ein Fremdserver benötigt. Wer sich nicht selbst um die Bereitstellung und Aufbereitung der Daten kümmern will oder kann, soll von mir aus den Service eines Dritten nutzen, aber er darf nicht dazu gezwungen sein.
Es wird überhaupt niemand zu irgendwas gezwungen. Die Anschaffung einer Wetterstation ist eine autarke Entscheidung, man kann also "ja" oder "nein" zur netatmo sagen. :)
Zitat
Dann ist dir entgangen, daß ich das vom ersten Tag an als K.O.-Argument abqualifiziert habe. Als die erste Meldung zu diesem Logger kam, fand ich die Idee genial, aber nachdem die Details dazu bekannt wurden, habe ich keinen weiteren Gedanken an diesen Schrott verschwendet.
Das mag schon sein, dass DU das von Anfang an so gesehen hattest. Alles in allem ist aber nicht wegzudiskutieren, dass dieses Thema bei der netatmo ein Vieldiskutiertes ist, beim Davis IP-Logger hingegen weniger.
Zitat
[...]daß die Erde eine Scheibe ist.
Ist sie das nicht?  :eek: :D