Überlegungen vor dem Kauf einer Wetterstation  (Gelesen 5893 mal)

Offline wneudeck

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    Davis Vantage Pro 2
Überlegungen vor dem Erwerb einer Wetterstation

Worüber man sich grundsätzlich klar sein sollte

Wetterstationen sind heutzutage bereits ganz alltägliche Geräte. Früher schreckte der Aufwand und die Kosten bei guten mechanischen Geräten die meisten davon ab, sich mit der Erfassung und Aufzeichnung des Wetters vertraut zu machen. Heute ist daraus ein Massenmarkt entstanden, den nicht nur die Elektronikbranche, sondern inzwischen sogar schon Lebensmittel-Discounter abdecken.
Sehr viele dieser Stationen sind mehr für das Auge gebaut als dass sie anspruchsvolle Wettererfassung und Aufzeichnung erlauben.
Dennoch: Wer nur einen Blick auf die aktuelle Temperatur und vielleicht noch den Luftdruck werfen möchte, wird damit leben können.

Zusatzproblem:
Viele Käufer, wenn nicht die meisten, haben kaum die Möglichkeit, optimale Messpunkte für die erforderlichen Sensoren zu finden. So hat sich der Markt in verschiedene Richtungen entwickelt:
- lokale Erfassung mit einer echten, eigenen Wetterstation
- regionsbezogene Übermittlung von Wetterdaten z.B. per Zeitzeichensender oder Pager-Netz


Die Marktsituation

Auf dem Markt stehen für alle Ansprüche entsprechende Modelle bereit.

Einfachere Stationen
Es finden sich sehr viele Stationen in einem Preissegment unter 100 Euro.
Den meisten Usern, die diese Stationen erwerben, reichen deren Anzeigegenauigkeit und der Sensorumfang. Diese Stationen sind so knapp kalkuliert, dass meist auch keine nachträgliche Erweiterung möglich ist. Es sind Einsteigermodelle für den Massenmarkt ohne besondere Ansprüche.
Wer dann aber modularen Aufbau, Datenabfrage und Weiterleitung zur Speicherung in seinem Anforderungsprofil hat, der kommt nicht umhin, genau aufzuschlüsseln, was er letztlich im Endausbau alles haben möchte. Auch hier ist der Markt sehr breit gefächert. Oft sind allerdings aus Kostengründen Kombisensoren in dem Konzept enthalten. Je nach Aufstellungsort ist aber eine getrennte Anordnung der Sensoren gewünscht. Dies gilt es zumindest zu bedenken.

Stationen für gehobene Ansprüche
Wie in allen Bereichen, gibt es auch beim Wetter den ernsthaften Wetterfreak, der das als Hobby betreibt. In dem Bereich ist das Angebot an Halbprofigeräten schon sehr dünn geworden. Wie bei den kommerziellen Diensten werden mehr Daten zum Beobachten des Wetters und daraus abgeleitet, zur Erfassung des Klimas, benötigt: Bodentemperatur, Feuchte, Schneehöhe, Solarstrahlung usw., um nur einige zu nennen.
In diesem Bereich deckt z.B. die VP2 von Davis die meisten Anwendungsfälle als Halbprofistation ab.
Hier sollte aber dringend bedacht werden:
Um verlässliche und vergleichbare Werte zu haben, sind die nach DWD und WMO festgelegten Standorte auch einzuhalten. Gerade die optimale Auswahl der Sensorstandorte stößt bei vielen auf eine nicht zu überbrückende Hürde. Man muss mit Kompromissen bei einem oder mehreren Sensorstandorten leben. Für den eigenen Standort gibt es dann zwar Vergleichswerte, die aber nicht auf andere Stationen übertragbar sind. Daher sollte erwogen werden, ob der hohe Preis gerechtfertigt ist, wenn der Sensorstandort ausgesprochen ungünstig ist.

Stationen für höchste Ansprüche
Darüber hinaus gibt es die vielen kommerziellen Stationen, die alle denkbaren Messungen, Erfassungen, Weiterleitungen und Auswertungen erlauben. Diese Stationen liegen aber preislich weit oberhalb dessen, was die meisten bereit sind zu zahlen. Selbst einfachste Stationen in diesem Bereich liegen schon jenseits der 2000-3000 Euro. Nach oben gibt es fast keine Grenzen.


Grundlegende Überlegungen vor dem Kauf:

Welche Ausstattungsmerkmale sind erforderlich?
Bevor sich jemand eine Station kauft, sollte er
- sich in einer der oben genannten Gruppen wiederfinden
-  das preisliche Limit festlegen
- seine genauen Wünsche festlegen
Danach mit den Preisvorstellungen eine Marktabfrage durchführen: was bekomme ich für mein Geld. Schnell wird spätestens hier den meisten klar, dass man viel mehr Geld benötigt, um alle Wünsche zu realisieren.
Wer so vorgeht, dem stellt sich dann auch nicht das Problem, im Forum fragen zu müssen, wie man eine unzureichend ausgestattete Billigstation erweitern kann.
Die Auswahl wird erleichtert, wenn man alle Wünsche über die Leistung in der Reihenfolge der Wichtigkeit aufschreibt, also eine Art Pflichtenheft erstellt: was soll meine Station unbedingt können?

Funkreichweite
Sehr wichtig ist bei Funkstationen die Reichweite. Die Angaben beziehen sich immer auf „Freifeld“. Dies ist jedoch ein theoretischer Wert, der bei Stationen, die zur Abfrage in einem Gebäude stehen, nie erreicht wird. Je nach Art des Gebäudes oder anderer Umstände wird nur ein Bruchteil der Reichweite erzielt. Wer darauf angewiesen ist, größere Reichweiten auch tatsächlich zu erzielen, braucht eine Station mit Repeater.
Diesen Funk- und Reichweitenproblemen kann man aus dem Weg gehen, wenn man, wie es im kommerziellen Bereich Standard ist, nur verkabelte Anlagen nimmt. Bei diesen Anlagen ist der Installationsaufwand sehr groß, allerdings auch die Datensicherheit. Übertragungsausfälle gibt es so gut wie nicht bei diesen Stationen.

Wie geht es weiter?
Wer sich diese grundlegenden Gedanken gemacht hat, erhält im Forum unter „Testberichte“ eine Schnellübersicht (außer für die ausgesprochen hochpreisigen Stationen). Dort kann man sich viele Stationen im Detail ansehen und zahlreiche Angaben finden. Erst wenn hier noch Fragen auftauchen, sollte man im Forum zusätzlich anfragen.
Eine Tatsache ist, dass allmählich im Monatstakt neue, billige Stationen auf den Markt kommen, die nicht alle in den Testberichten erfasst werden können.

Der Artikel wrde erstellt von "frihag"

Wetterstationen.info Forum

Überlegungen vor dem Kauf einer Wetterstation
« am: 07.04.2009, 11:21:00 »