Sicherheit bei Stromversorgung und Blitzschutz  (Gelesen 5396 mal)

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Sicherheit bei der Stromversorgung und Blitzschutz

Grundlegende Hinweise
Überall, wo elektrische Geräte zum Einsatz kommen, bedarf es einer Zuführung der Energie bis zum Verbraucher. Alle Arbeiten an festen Installationen dürfen nur von Fachkräften durchgeführt werden. Die Ausführung und Art der Arbeiten müssen von allen nach den VDE Vorschriften in der jeweils gültigen Fassung vorgenommen werden. Für den Laien, das sind die meisten, bleibt es bei Steckverbindungen zur Weiterleitung der elektrischen Energie. Die Art und Ausführungen von Installationen und Schutzmaßnahmen sind sehr unterschiedlich. Die Beurteilung, was zu tun ist bei Änderungen oder Erweiterungen, können nur Fachkräfte einschätzen. Für den Laien nicht verständlich, dass bei Arbeiten, selbst wenn sie noch so klein sind, für den gesamten Leitungsweg, auch der bisherigen Installation, der Errichter die Verantwortung übernimmt.

Trotzdem bleibt doch noch ein „Spielraum“, in dem ein Laie tätig werden kann.

Auswahl von Geräten
Beim Kauf von allen Geräten, Verlängerungen, Mehrfachsteckdosen usw. darauf achten, dass die Geräte das VDE - CE  Zeichen tragen. Bei Verlängerungen und Mehrfachsteckdosen ist zusätzlich darauf zu achten, dass der Querschnitt den vorgeschalteten Sicherungen entspricht. Meistens sind in Hausinstallationen 10A und 16A an Sicherungen und Automaten zu finden. Zusätzliche Kennzeichnungen neben dem „A“ für den Strom geben Auskunft über die Trägheit des Auslösestromes. Bis 16A ist ein Querschnitt von 1,5mm2 unbedingt einzuhalten, auch wenn die Geräte dann gleich ein Mehrfaches kosten. Der auf den Geräten aufgedruckte max. Strom oder die Leistung ist unbedingt aus Brandschutzgründen einzuhalten.

Schutzmaßnahmen gegen Stromschlag
Zum Schutz von Personen kann man, auch wenn schon die Festinstallation damit ausgestattet ist, „Personenschutzschalter“, sogenannte FI = Fehlerstromschutzschalter in die Steckdose stecken. Diese Schalter haben einen Auslösestrom von 30mA. Beim Einsatz eines solchen Schalters ist sichergestellt, dass keine Berührungsspannung, die im Fehlerfalle gefährlich werden könnte, an den metallischen Gehäusen ansteht.

Schutzmaßnahmen gegen Überspannung
Eine weitere Schutzmaßnahme ist möglich gegen Überspannung. Die wirkt aber nur als Schutz für die nachgeschalteten Geräte. Es gibt verschiedene Kombinationen bei den Steckdosenleisten.
Reiner Überspannungsschutz, mit Oberwellenfilter oder/und geteilte Leisten mit „Master/Slave“, die beim Ausschalten eines PC die anderen Steckdosen mit abschaltet. Zur vollen Funktion ist der Ruhestrom einzustellen.

Bei einer Kombination von FI und Überspannungsschutz ist für Laien schon ein Stück mehr Sicherheit erreicht. Weitere Sicherheit im Bereich Überspannung, gleichzeitig auch Betriebssicherheit, ist der Einsatz einer USV. („Unterbrechungsfreie Stromversorgung“).
Nachgeschaltet nach den beiden vorherigen Geräten, je nach Ausführung der USV, werden Oberwellen und/oder Überspannungen noch mal unterdrückt. Bei Stromausfall wird für kurze Zeit aus dem eingebauten Akku die Netzversorgung aufrecht erhalten. Viele der USV haben noch einen Steuerausgang, über den der PC sicher runter gefahren werden kann.

Bei Heimnetzwerken über eine Wohnung, über unterschiedliche Stromkreise, treten neue, zusätzliche Probleme auf. Über den Schirm des Netzwerkkabels werden „Massebrücken“ zu anderen PC‘s u.a. gebildet. Je nach Installation können dabei erhebliche Spannungen und Ströme über das Netzwerkkabel fließen. Die Beseitigung ist nicht einfach. Wenn die PC‘s in Ordnung sind, liegt es an der Gebäudeinstallation. Beseitigung dieser Probleme kann nur eine Fachkraft vornehmen. Für Laien gibt es nur den Weg, einseitig auftrennen des Schirmes mit evt. Funktionsproblemen. Es gibt spezielle Adapter von CAT auf LWL = Lichtwellenkabel, oder was jeder Laie machen kann: einen Trenntrafo zu benutzen, der das „normale“ Stromnetz abtrennt und praktisch ein eigenes Netz aufbaut. Beim Einsatz eines Trenntrafos ist darauf zu achten, dass an keiner Stelle eine Verbindung zur Festinstallation besteht.
Probleme mit „Brummschleifen“ im Ton/Videobereich können auch damit unterdrückt werden.

Schutzmaßnahmen - Stromversorgung von Geräten außer Haus
Alle, die zum Beispiel eine Heizung oder Stromversorgung zu einer im Garten befindlichen Wetterstation haben möchten, empfehle ich, die Netzspannung über einen Trenntrafo oder bei Kleinspannung, über eine durch Trafo erzeugte Niedervoltspannung zum Verbraucher zu führen.
Niedervoltspannung über Trafo deshalb, weil nicht alle „Schaltregler“ sauber das Netz trennen. Bei einigen steht es auch drauf oder ist durch das Symbol für Schutztrennung gekennzeichnet. Bei der Art der abgesetzten „Installation“, die über eine Steckdose vorgenommen werden kann, wird die Hausinstallation gegen atmosphärische Überspannung weitgehend geschützt. Es ersetzt aber keinen Blitzschutz, sondern nur die Weiterleitung von gefährlichen Überspannungen. Auch hier ist der Einsatz von „Überspannungssteckdosenleisten“ sinnvoll.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen
Wer etwas mehr für den Schutz der wertvollen Geräte in einem Gebäude tun möchte, sollte sich von einer zugelassenen Fachkraft unmittelbar am Hausübergabepunkt (Stromanschluss) einen Grobschutz z.B. Fa. Dehn einbauen lassen. Mit so einem Zusatzgerät werden alle Geräte in einem Gebäude weitgehend gegen Überspannung geschützt. Beim Auftreten einer solchen Überspannung wird das Gerät zerstört, was durch LED angezeigt wird.

Ausblick:
Wer Wert auf umfassenden Schutz legt, wendet sich am besten an einen zugelassenen Betrieb des Elektrohandwerkes. Eine Kombination der E-Installation mit Blitzschutz unter Einbau der verschiedenen Schutzgeräte schafft ein großes Maß an Sicherheit für Personen und Geräte. Je nach Alter und Umfang des Objektes fallen erhebliche Kosten an.
Im Forum wird oft auf „Vertrauen“, dass schon nichts passiert, gesetzt. Nur die, die mal einen Schaden hatten, der nicht von einer Versicherung abgedeckt wurde, „rüsten“ dann auf. Jeder tut auch gut daran, seine Hausratsversicherung im Punkt Überspannung zu überprüfen.
Auch ist es zweckmäßig zu prüfen, welcher Leistungsumfang eingeschlossen ist. Oft, wenn nicht meistens, sind Schäden, die „keine offene Flamme“ haben, ausgeklammert. Schäden, die durch Laieninstallation verursacht wurden oder mit dazu beigetragen haben, sind bei jeder Versicherung ausgeklammert. Je nach Art und Größe eines Schadens wird der sogar strafrechtlich verfolgt.

Alle diese Hinweise und Erläuterungen ersetzen nicht die einschlägigen Vorschriften, Verordnungen, Verträge usw. Im Zweifel und zur weiteren Auskunft sind diese maßgeblich zu beachten.

Der Artikel wurde erstellt von "frihag"

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Sicherheit bei Stromversorgung und Blitzschutz
« am: 10.04.2009, 23:36:53 »