Anemometer - Mast - Aufstellung - Blitzschutz  (Gelesen 9137 mal)

Offline wneudeck

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Masten für Windmesser und ihre Problematik

Masten kommen für sehr unterschiedliche Zwecke zum Einsatz. Um nicht alle Bereiche hier zu erfassen, konzentrieren wir uns hier nur für den Einsatz zur Aufnahme eines Windmessers.

Aufstellungsort:
Nach den Vorgaben von DWD und WMO ist der Aufstellungsort klar und deutlich umrissen:
Freistehend, wenn Hindernisse vorhanden sind müssen bestimmte Abstände in allen Richtungen eingehalten werden.
In der Praxis sind diese Werte oft nur sehr schwer einzuhalten. So muss ein Kompromiss gefunden werden. Jedem sollte klar sein, dass die Windmessung dann nie eine aussagefähige Größe erreichen wird. So sollte der Standort nach „gesundem Menschenverstand“ gewählt werden. Immer mit dem Versuch, über die ersten Hindernisse in der Höhe hinwegzukommen.

Mastmaterial:
Ein sehr wichtiger Punkt ist die Wahl des Mastmaterials. Bei der vorgegebenen Höhe von 10m, dann noch freistehend, ist ein sehr gutes, speziell dafür vorgesehenes Material zu verwenden.

Zu empfehlen:
Ideal sind Alu-Fahnenmasten, die in eine passende Bodenhalterung nur eingesteckt werden müssen. Auf Dächern, an Hauswänden wo Längen bis 6m frei Oberkante Dach erreicht werden, unbedingt passendes Antennenrohr verwenden. In den meisten Bundesländern ist die Höhe auf einem Gebäude noch genehmigungsfrei. Landes- und Ortssatzungen geben darüber Auskunft. Gilt auch für Masten bis 10m. Darüber fast immer genehmigungspflichtig mit allen Vorgaben eines Bauantrages.

Nicht zu empfehlen:
Auf keinen Fall soll ein Mast aus Installationsrohren bestehen.
- „Gasrohre“ haben Gewinde, also Schwachstellen.
- „Schwarze Rohre“ sind zwar ideal für Durchleitung von Flüssigkeiten und ermöglichen eine leichte Konstruktion. Alle diese Rohre haben aber keine ausreichende Biegefähigkeit. Meist sind sie unter der Bezeichnung ST37 - Qualität im Handel.
Fazit:
Deshalb kompromisslos Antennenrohre, ganze Längen, Steckrohre mit dem passenden Befestigungsmaterial verwenden.

Befestigung:
Der Befestigungspunkt muss fest sein und genügend Einspannlänge im Verhältnis zur Mastlänge haben. Bodenbefestigung oder Hauswände sind vorzuziehen. Was auf keinen Fall gemacht werden darf: Masten an Kaminen oder Balkongeländern oder anderen Konstruktionen zu befestigen, die nur für ihren Nutzungszweck konstruiert sind. Mit jeder weiteren Last, die ist bei langen Masten enorm, übersteigt es ihre Standfestigkeit. Masten auch nicht stumpf zusammenschweißen. Hülsen, die gequetscht werden sind zu verwenden. Eine gute Idee ist es, Masten abzuspannen.

Für alle diese Einzelfälle gibt es bei der „VDE Festigkeitstabellen, Biegemomente“ genügend Information. Fertige Masten sind in Baumärkten, besser aber bei den Amatuerfunkfachhändlern zu erhalten.



Blitzschutz


Was ist nicht erlaubt?
Alle an und im Gebäude verlegten metallischen Leiter dürfen nicht als Blitzableiter verwendet werden. (Regenrohre, Balkone aus Stahl, Nottreppenhäuser).

Was ist erlaubt?
Nur die für Blitzschutz vorgesehenen Leiter dürfen mitbenutzt werden. Ist ein Gebäude nicht mit einem Blitzschutz ausgerüstet, dann ist es für einen Laien nahezu unmöglich, einen Blitzschutz für ein Einzelobjekt, hier den Mast, zu errichten.

Infos:
In VDE oder ersatzweise bei den Fachfirmen, z.B Bettermann, Dehn usw. bekommt man Unterlagen über Bauausführung und auch das zugelassene Material. Der Umfang und Aufwand ist aber so groß, dass ich jedem nur raten kann, wegen der sehr unterschiedlichen örtlichen Verhältnissen sich an einem Fachmann zu wenden. Bei allen Veränderungen an den Gebäuden, Grundstücken oder hier eben Masten, wird die für Häuser obligatorische Feuerversicherung, manchmal auch die Haftpflichtversicherung berührt oder sogar außer Kraft gesetzt.

Fazit:
Ich meine, aus dem bis jetzt Aufgezeigten wird klar, dass das Themengebiet "Masten" sehr umfangreich ist. Für eine fundierte Aussage müssen sehr viele Faktoren für eine sach- und fachgerechte Montage berücksichtigt werden, die ein Laie gar nicht erkennt.
Im Zweifel also Fachleute heranziehen, die sich mit den diversen Vorgaben auskennen. Zugelassene Firmen für den Bau der Masten und Blitzschutzanlagen erfüllen auch die geforderten Vorgaben. Ein Mast selbst ist preiswert. Die Blitzschutzmaßnahmen erzeugen aber meistens ein Vielfaches von diesen Kosten. Nicht zu vergessen: bei jeder Erweiterung, gilt auch für E-Arbeiten, ist man für die Gesamtanlage nach Veränderung verantwortlich.

Artikel erstellt von "frihag"

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Anemometer - Mast - Aufstellung - Blitzschutz
« am: 05.04.2009, 18:11:17 »