Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?  (Gelesen 213 mal)

Offline TheWeather

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Hallo zusammen,

gerade bei Entwicklern stellt sich bei der Suche nach preiswerten und teilweise "exotischen" Bauteilen das Problem, dass einige Komponenten bei uns anscheinend gar nicht oder teilweise total überteuert angeboten werden.

Bei Importen aus Asien werden, je nach Gesamt-Wert der Einzellieferung, erhebliche Zölle erhoben. Bei Kleinteilen unter (keine Ahnung wo die Grenze liegt) vielleicht 40 €, wird anscheinend alles durchgewunken, wobei Lieferzeiten von meherern Wochen in Kauf zu nehmen sind - wenn auch teils "versandkostenfrei" mit dem Hinweis "Kosten des Rücktransports übernimmt der Käufer".

Das ist mir in aller Regel zu windig und ich suche mir lieber einen Verkäufer in der EU, wo ich auch mal ein weniger attraktives Bauteil zu knapp 50% höheren Kosten bekomme, aber der Versand in die EU bereits abgewickelt ist.

Wie haltet ihr es denn mit Bauteileversand (Kleinmengen) aus dem EU-fremden Ausland? Hat sich das bewährt oder gibt es doch hin und wieder Schwierigkeiten (von Lieferzeiten mal ganz abgesehen).

Das würde mich einfach mal interesieren, welche Erfahrungen da vorliegen.

Gruß Hans
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Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
« am: 14.01.2019, 15:26:18 »

Offline ms

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #1 am: 14.01.2019, 16:16:36
Hallo
Ich habe mir 2 mal farbige Kunststoffabdeckungen für mein Auto über Aliexp.... bestellt.
Das erste mal war im Dezember und dauerte ca. 6 - 8 Wochen, das 2. mal nur 14 Tage.
Alles ok, an einem Teil gab es dann aber eine ungenauigkeit in der Passform und die Farbe gin ab. Habe dann Bilder hin geschickt und problemlos Ersatz bekommen.
mfg
Michael

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Offline dc3yc

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #2 am: 17.01.2019, 09:45:57
Hallo Hans,
die Zollfreigrenze ist 22 Euro (incl. Porto). Kommt drauf an, wie's vom Absender deklariert wird und ob's der Zoll bei höheren Beträgen glaubt. Ansonsten muss man das mit Rechnung nachweisen. Sonst kommen 19% Einfuhrumsatzsteuer und ggf. Zoll auf den Gesamtbetrag hinzu. Aber meist hat's bei mir geklappt. Die Qualität ist halt teilweise "chinesisch", aber das ist sie auch, wenn man das gleiche Teil zum ähnlichen Preis hier kauft. Sprich, man muss wissen, was man kauft! Elektronische Einzelteile und Baugruppen, die ich häufig kaufe, sind meist einwandfrei. Ansonsten gibt's Geld zurück. Nervig ist halt teilweise die Lieferzeit. Bei größeren Teilen oder Geräten wäre ich skeptisch (Lampen, Netzteile u.ä.), da entweder keine deutsche Bedienungsanleitung dabei ist oder die hiesigen Vorschriften nicht eingehalten werden.

Servus,
Helmut.

Offline TheWeather

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #3 am: 17.01.2019, 10:16:33
Danke Euch schon mal für die Kommentare.

Dass die Freigrenze "nur" 22 € (incl. Porto) sind, wusste ich noch nicht. Danke.

Ich stand vor kurzem vor der Entscheidung, ein Multimeter aus Taiwan für knapp 35 € anzuschaffen, habe das gleiche Gerät aber dann doch bei einem deutschen Distributor (Pollin Electronic) für 29,95 € gefunden. Das ist mir generell (auch bei günstigerem Preis) lieber, weil man sich den eventuellen Weg zum Zollamt spart und eine Rücksendung (falls notwendig) dann doch im eigenen Land bleibt.

Man muss mittlerweile halt höllisch aufpassen, ob jetzt z.B. bei eBay oder auch bei Amazon, von wo aus der Versand erfolgt, auch wenn einem das ein oder andere Produkt "in den Fingern juckt". Ich hatte mal via eBay 10 "Glühbirnen" (8W-LED-Filament) für knapp 18 € geordert, die kamen tatsächlich direkt aus China und das innerhalb knapp einer Woche. Da habe ich ja bezüglich Zoll gerade nochmal Glück gehabt. Funktionieren tun sie aber bislang einwandfrei.

Danke und liebe Grüße

Hans
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Offline dc3yc

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #4 am: 17.01.2019, 12:24:59
Hans,
aber wie weit die China-Lampen den EU-Vorschriften bezüglich EMV entsprechen, steht auf einem anderen Blatt. Da gibt's ja mittlerweilen diverse verordnete Rücknahmeverpflichtungen durch die BNetzA, weil die Dinger den Funk kilometerweit verseuchen. Bei sowas und Netzteilen (auch die, die teilweise aus Pförring kommen) lass ich die Finger davon. Da will ich Konformitätserklärungen sehen!

Servus,
Helmut.

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
« Antwort #4 am: 17.01.2019, 12:24:59 »

Offline TheWeather

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #5 am: 17.01.2019, 13:22:14
Hallo Helmut,

Du als Amateurfunker kennst Dich damit wesentlich besser aus als ich. Allerdings beobachte ich durchaus, ob z.B. mein Radioempfang (mit Drahtantenne im Zimmer) gestört wird, was ich beim Betrieb von Netzteilen (die jetzt nicht aus Pförring kamen) schon ab und zu mal erlebt habe. Jetzt gibt es natürlich auch Oberwellen, welche sich beim UKW-Empfang nicht auswirken sondern eher im Kurzwellenbereich angesiedelt sein könnten. Dazu kann ich garnichts sagen, weil es nicht in meinem Betätigungsfeld liegt.

Klar steht da auch groß und breit CE (im offiziellen Schriftzug) auf der Birne, womit ich mich als Verbraucher (wie bei Diesel-Fahrzeugen auch) darauf verlassen können muss, dass unsere Regeln auch bei Herstellung in Fernost eingehalten werden. Meine letzte Sendung Osram-Lampen (auch 8W-Filament) stammen als Lieferadresse nun tatsächlich aus Pförring, sind aber wahrscheinlich auch keine heimische Produktion - funktionieren aber prächtig.

Wir müssen uns, denke ich, mittlerweile damit abfinden, dass es zwar teilweise heimische Entwicklungen sind, deren Produktion aber aus Kostengründen meist nach Asien verlagert wird. Die QS findet aber, zumindest stichprobenartig, wieder hier im Land statt. Ganz so drastisch sehe ich ich die eventuell erzeugten Oberwellen bei 8 W Nutzleistung einer Birne nun auch nicht. Selbst wenn's so ist, mein unmittelbarer Nachbar bekommt in der Regel nichts mehr davon mit, weil auch die vermeintliche Störstrahlung mit dem Quadrat der Entfernung immer weniger wird. Das Grundrauschen wird möglicherweise erhöht, aber das machen Handys, WLAN und (weil wir hier im Wetterstationsforum sind) auch Sender von Wetterstationen, gleich ob auf 433 MHz oder 866 MHz.

Auch die tollen ferngesteuerten Steckdosen oder Garagentorsender arbeiten auf Funkfrequenzen und beeinträchtigen möglicherweise den Betrieb eines Kurzwellenempfängers, wenn auch nur für Bruchteile einer Sekunde.

So ganz habe ich Deinen Einwand also noch nicht verstanden ...

Gruß Hans 
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Offline dc3yc

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #6 am: 17.01.2019, 16:09:33
Hans,
kam gerade als Artikel in unserem wöchentlichen Funker-Newsletter:

Millionen unsichere Produkte aus dem Verkehr gezogen
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In einer Pressemitteilung informiert die Bundesnetzagentur darüber, dass die Behörde im Jahr 2018 den Verkauf von über 10 Millionen Produkten im Online-Handel verboten hat. Der Pressemitteilung nach handele es sich um Geräte, die Funkstörungen bzw. elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen können und deshalb nicht in der EU vertrieben werden dürfen. "Die rasant steigenden Zahlen zeigen, wie wichtig unsere Überwachung des Online-Handels ist. Nur so können wir die Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam schützen", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.
Weitere 1,63 Millionen Produkte habe die Behörde 2018 mit Vertriebsverboten oder Korrekturmaßnahmen bei Herstellern und Händlern in Deutschland belegt. Die Ermittlungen der Bundesnetzagentur richteten sich im Jahr 2018 besonders auf einzelne Händler, die hohe Stückzahlen im Internet anboten. Die Überprüfung finde vermehrt auch im Wege anonymer Testkäufe statt. Die festgestellten Mängel reichen von fehlenden Kennzeichnungen und Produktinformationen bis hin zu unzulässigen Frequenznutzungen oder zu hohen Sendeleistungen. Unter den insgesamt 10,21 Millionen Geräten befanden sich 4,14 Millionen Bluetooth-Lautsprecher, 2,42 Millionen Smartwatches sowie 508 200 Mobilfunkgeräte und knapp 123 000 ferngesteuerte Drohnen. Ein weiterer Schwerpunkt lag mit über 2,5 Millionen Stück bei drahtlosen Kopfhörern, die Störungen in sicherheitsrelevanten Frequenzbereichen, wie z.B. des Polizeifunks oder des Rettungsdienstfunks, verursachen können. "Verbraucher sollten mindestens darauf achten, dass die Produkte über eine deutschsprachige Bedienungsanleitung verfügen und eine CE-Kennzeichnung haben", rät Homann.
Verbraucher bestellen immer mehr Produkte online direkt aus Drittstaaten. Daher arbeite die Bundesnetzagentur intensiv mit dem Zoll zusammen. Im Jahr 2018 hat der Zoll 17 000 verdächtige Warensendungen an die Bundesnetzagentur gemeldet. Insgesamt umfassten diese Meldungen 240 000 Produkte. In mehr als 87 % der Fälle erfolgte keine Freigabe der Produkte für den deutschen Markt. Die von der Bundesnetzagentur geprüfte Anzahl von Gerätetypen im deutschen Einzelhandel belief sich im Jahr 2018 auf über 4600. Die Behörde hat insgesamt 112 Vertriebsverbote und 713 Festsetzungsschreiben zur Behebung formaler Mängel für nicht konforme Produkte erlassen. Es waren rund 1,63 Millionen Produkte betroffen. Weitere Informationen sowie detaillierte Statistiken der Bundesnetzagentur zur Marktüberwachung 2018 will die Behörde auf ihrer Internetseite veröffentlichen [1]. Über störende LED-Lampen oder besonders auch Schaltnetzteile gibt die Pressemitteilung der Behörde keine Auskunft.

Soviel zu deiner Frage!

Servus,
Helmut.

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #7 am: 17.01.2019, 16:58:44
Hallo Helmut,

die Behörden brauchen ja auch ihre Daseinsberechtigung. Wenn es dann ums "Handeln" der Behörden geht, hört man aber anscheinend so gut wie nichts mehr, sonst gäbe es ja solche Produkte nicht bei uns im Handel.

Auf dem Papier sind alle unsere Behörden vortrefflich. Bei der Umsetzung mangelt es an Durchsetzungsvermögen oder Unvermögen, Direktiven auch umzusetzen.

Das ist nichts Neues, aber es sei an dieser Stelle nochmals erwähnt ...

P.S.:
Zitat
Über störende LED-Lampen oder besonders auch Schaltnetzteile gibt die Pressemitteilung der Behörde keine Auskunft.

Ich muss allerdings eines klarstellen, bevor es jemand in den "falschen Hals" bekommt. Ich finde es gut und für angemessen, dass die von Dir zitierten Kontrollen schon soviel "Unrat" aufgedeckt haben, die erste Anlaufstelle ist der Zoll. Die Belegschaft dort reagiert angemessen, gibt fragwürdige Produkte zur Kontrolle weiter und schließt diese teilweise zur Einfuhr aus oder gibt diese zur Vernichtung frei. Was aber macht die ebenfalls zitierte "Bundesnetzagentur" eigentlich?

Sie entwerfen höchstenfalls Papiere, aus denen Verbote abzuleiten sind. Prüft die "Bundesnetzagentur" auch Geräte oder wer macht das eigentlich? Der Zoll prüft nicht im Detail und setzt nur Regelungen um. Der TÜV prüft nur Geräte gegen Obulus, ob diese den entsprechenden Sicherheits-Vorschriften entsprechen. Bei CE-Kennzeichnungen deklariert der Hersteller selbst (ob nun zurecht oder gemogelt) das Produkt den Vorgaben entspricht. Wer prüft denn nun die unten genannten 10 Mio Prudukte auf ihre Funktionsmerkmale und die elektrische/funktechnische Verträglichkeit? Das sieht auf dem Papier so einfach aus, aber irgendjemand muss ja auch die Arbeit machen ... Wer bitte prüft 10 Mio Geräte auf die Einhaltung jedweglicher Vorschriften? Genau genommen doch wohl keiner, weil wir ansonsten keinen "Diesel-Skandal" hätten und sich zumindest drei Ministerien bei uns mit dem Thema zu beschäftigen scheinen. Ja - scheinen ...

Gruß Hans
« Letzte Änderung: 17.01.2019, 20:08:27 von TheWeather »
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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
Antwort #8 am: 17.01.2019, 20:10:21
Über LED-Lampen gab es schon einen früheren Bericht, wobei die Zeitschrift Elektor und unser Verein (DARC) mit involviert waren. Das ist der Grund, warum hier nichts drüber steht. Hätte man vielleicht für Nichteingeweihte dazuschreiben können.

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Re: Ist Materialbeschaffung aus Asien anzuraten?
« Antwort #8 am: 17.01.2019, 20:10:21 »