Handelsübliche Batterien wieder aufladen  (Gelesen 35275 mal)

Offline TheWeather

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #110 am: 16.01.2019, 12:22:55
Hallo Toni,

dann wünsche ich Dir ebenfalls viel Erfolg beim Auffrischen. Mit großem Erfolg lassen sich meist die Marken-Zellen regenerieren. Allerdings habe ich auch bei "Active Energy" (Aldi, den gibt's glaube ich in Österreich) noch keinen einzigen Ausfall beim Auffrischen.

Ich messe die Leerlaufspannung der Zellen knapp 1 Stunde nach dem Laden nochmal mit einem einfachen Multimeter nach und klebe ein kleines "Babberl" mit Spannung und Datum auf die Zelle. Ab ca. 1,5 V bin ich zufrieden, unter 1,4 V versuche ich es mit einem weiteren Einlegen; Zellen die kurz nach dem Laden wieder auf kleiner 1 V zurückfallen, werden sofort entsorgt.

Ich sammle die Zellen zunächst und nach zwei Tagen wird nochmal nachgemessen. Erst was dann noch über 1,5 V an Leerlaufspannung hat, kommt in die Box zur Wiederverwendung.

Bei Zellen, welche vom Ladegerät anfangs nicht akzeptiert werden, hilft oft ein kurzes Paralleschließen mit einer intakten Zelle für ca. 10 bis 15 sec, bis sie auf über knapp 1,1 V "hochkommt". Ab dann kann man die Zelle einlegen und das Nachladen dem Gerät überlassen. Mit etwas Glück kommt auch sie wieder ins Leben zurück, die Chancen stehen aber bei wirklich tiefentladenen Zellen (kleiner 0,5 V) schlecht und ab 0,8 V Restleerlaufspannung halt so knapp bei 60:40, dass sie tatsächlich noch eine Zeit lang wiederzuverwenden wäre. Probieren kann man's aber mal.

Die Ausbeute von wieder aufgefrischten Zellen zur vorherigen Anzahl entladener Zellen liegt bei der bisherigen Erfahrung doch bei knapp 80 %. Von den anderen muss man sich halt trennen - die sind dann halt "ausgelutscht". Dabei waren aber auch Zellen, die nicht gerade frisch aus irgendeinem Verbraucher stammten sonder auch solche, die ich schon zur Entsorgung seit über einem Jahr gesammelt hatte.

Am besten funktioniert das Auffrischen anscheinend bei Zellen, die noch nicht lange "ungeladen" in der Ecke lagen. Es ist nur mein Eindruck und ich kann es nicht belegen, aber geladen oder aufgefrischt halten Zellen anscheinend länger, als wenn man sie lange "entkräftet" sammelt und erst später irgendqwann auffrischt.

Bevor ich unsere "gesammelten Werke", alles in allem ca. 100 Alkaline-Zellen Mignon (AA) und Micro (AAA) gemischt, den ersten Tests unterzogen habe, musste ich 12 wegen Korrossion, Auslauferscheinungen und schlechtem Aussehen bereits aussondern. Vom Rest waren weitere 8 trotz "kleiner Tricks" nicht regenerierbar - also auch weg damit. Auch "tiefentladene" konnten zunächst wieder aufgefrischt werden, allerdings hab ich bei der späteren Kontrolle zwei Tage später auch noch 4 entsorgen müssen, bei denen die Leerflaufspannung wieder auf kleiner 0,5 V zurückgefallen war.

Alles in allem blieben also aus dem ursprünglichen Kontingent von 88 Zellen noch weitere 12 auf der Strecke. 76 konnten also (trotz widriger Umstände durch die lange Lagerung vorab) wieder regenriert werden. Davon werden wahrscheinlich auch noch einige auf der Strecke bleiben, wenn ich in einigen Tagen nochmal nachmesse, aber mit der Ausbeute bei Stromkosten von ca. 1 Ct pro Ladeversuch kann ich leben.

Wie in anderen Beiträgen weiter unten schon beschrieben, darf man jetzt keine Wunder erwarten. Wenn eine Zelle "fertig" ist, dann ist sie fertig. Ich gehe momentan davon aus, dass das Auffrischen einer ansonsten intakten Zelle ca. 5 mal gut funktioniert, danach die Kapazität aber dann doch so stark abnimmt, dass es keinen Spaß mehr macht, eine solche Zelle immer wieder zu regenerieren, weil sie halt danach mal wieder einen Tag läuft. Darauf hat niemand Lust und dann muss sie irgendwann entsorgt werden.

Es geht mir eigentlich mehr darum, einen Erfahrungsbericht zu verfassen, was eine "Nachladung" tatsächlich leisten kann, dass das Ergebnis in vielen Fällen überzeugen kann, dass man nie wieder die ursprüngliche Kapazität erreichen wird, aber man bei einigen Anwendungen doch gerne auch mal eine oder zwei Wochen mehr Spaß an den regenerierten Zellen haben kann, anstatt diese sofort zu entsorgen und neue zu beschaffen.

Wir haben z.B. einige Reisige mit Lichterkette (und Timer; 6 Stunden an, Rest aus) im Flur stehen. Die wird momentan mit regenerierten Zellen betrieben, bereits seit über einer Woche. Es scheint also generell zu funktionieren. Man bekommt die Zellen nicht mehr auf "neu", aber man kann noch viel Tage weiterhin Spaß damit haben, ohne neue Zellen zu kaufen und die "alten" vorschnell zu entsorgen. Die Kosten zum Aufladen sind minimal und speziell bei mir/uns zuhause, hat sich die Anschaffung schon gelohnt.

Es gibt selten ein Produkt, welches teils im "esotherischen" Bereich angesiedelt wird (es darf nicht sein, was nicht sein kann), aber dafür hat es sich dann doch gelohnt, "eine Lanze zu brechen". Ich bin damit zufrieden. Die Erfolge dürften sich bei jedem Anwender etwas anders gestalten.Eine Garantie zur 100 % igen Aufladung gibt's nicht und kann es nicht geben. Alkaline-Zellen sind halt keine Akkus. Gerade für etwas involvierte Anwender dürfte das Ergebnis mehr als zufriedenstellend sein. Eine Hauhaltsreife im "Sinne" von "einfach mal nachladen" wird dadurch nicht unbedingt erreicht. Das geht aber auch nicht wirklich. Selbst Akkus, das weiß jeder Modellbauer, sind nicht unbegrenzt ladefähig und dafür halte ich die bisherigen Ergebnisse dennoch für einen guten Ansatz, Alkaline-Zellen länger im Einsatz zu behalten, als deren Hersteller das mit Hinweisen wie "nicht wiederaufladbar" generell von der Hand weisen.

Ich wünsche also viel Erfolg - es funktioniert gut für jeden, der die technischen Hintergründe ein wenig versteht, eventuell auch ein Multimeter sein eigen nennt und nachmessen kann.

Das ist im normalen Haushalt üblicherweise nicht gegeben. Daher ist das Ergebnis zwar sehr schön, aber es sollte auch jemand umsetzen, der ein wenig Ahnung mitbringt und wenigstens auch mit einem Multimeter umgehen kann und physikalisches Verständnis zu den Lade-/Entladezyklen einer Zelle aufweist.

Für diese Gruppe scheint mir auch das genannte Ladegerät eine echte Alternative. Andere werden da möglicherweise "auf Grund" laufen, weil sie den Sinn und Zweck einer Regenerierung überhaupt nicht verstehen.

Aber gut, langer Text. DU wirst wissen, was Du davon erwarten kannst und ich danke Dir für Deinen Kommentar, der sowohl die Untersuchungen von Reinhard 123 als auch meine soweit honoriert.

Liebe Grüße Hans     
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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
« Antwort #110 am: 16.01.2019, 12:22:55 »

Offline TONI_B

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #111 am: 16.01.2019, 14:12:38
In meinem Haushalt gibt es sogar mehrere Multimeter (z.T. 4,5 stellig  8) ) und auch diverse geregelte Netzgeräte, also eine kleine Elektronik-Werkstatt. Da wird das Messen und auch ev. die Vorbereitung ("Parallelschalten mit intakter Zelle") kein Problem sein.

Auf jeden Fall Danke für deine Mühe!

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #112 am: 16.01.2019, 20:44:53
Bei meiner Suche zu weiteren Berichten und Erfahrungen  ;) bin ich auch noch auf diesen Beitrag bei youtube gestoßen: Alkaline-Zellen aufladen mit einem baugleichen Gerät wie dieses, über das wir gerade reden.

Das ist zwar auch kein wissenschaftlicher Beitrag, aber er deckt die Problematik zur Anwendung im Hausgebrauch relativ gut ab. Der Beitrag ist ja nun auch schon etwas älter, aber an der Funktion hat sich seither anscheinend nichts geändert ...

Gruß Hans
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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #113 am: 20.01.2019, 17:13:14
Nachdem nun wieder einige Tage vergangen sind, habe ich die Leerlaufspannung der nachgeladenen Zellen nochmal nachgemessen. Die meisten lagen bei knapp unter 1,5 V, was eine Weiterverwendung wahrscheinlich noch ermöglicht. Aus der früheren Testreihe von 76 Zellen (siehe Beitrag #111) musste ich noch acht Zellen entsorgen, weil die Leerlaufspannung wieder unter 1,1 V gefallen war und ich keine Lust mehr hatte, diese weiter zu drangsalieren - sie hätten's wohl auch nicht mehr hoch geschafft.

OK - Thema Leerlaufspannung: Die ist natürlich nicht aussagekräftig, wenn es um die verbleibende Kapazität geht. Allerdings muss man die Kapazität von Zellen, bei denen selbst die Leerlaufspannung schon nicht mehr die Lade-Schlussspannung von knapp 1,5 V erreicht, erst garnicht mehr prüfen. Die sind fertig und können weg.

Alkaline-Zellen sind ja auch als "Wegwerfartikel" konzipiert und man sollte sich nicht scheuen, die nach Ablauf der Auffrischung sachgerecht zu entsorgen, wenn nichts mehr weiter "rauszuholen" ist.

Der ursprünglich von mir heftig bezweifelte Erfolg eines "Wiederauffrischens" überhaupt hat sich bei mir nicht bewahrheitet. Schön ... ich gehe aber weder von 20 x noch 10 x aus, die man das Auffrischen erfolgreich bewirkt. 5 x scheint mir (auch weil die Kapazität natürlich immer geringer wird) ein gewisses Endmaß zu sein, um Alkaline-Zellen nochmals "lohnend" aufzufrischen.

Aber - einen gewissen Erfolg stellt es natürlich auch dar, wenn man Zellen durch mehrfaches Auffrischen soweit auszuckeln kann, bevor sie endgültig zum Recycling gehen. Ich bin soweit zufrieden mit den Ergebnissen und mehr hätte ich auch nicht erwartet.

Ich weiß ja nicht, wie andere das sehen, aber das "Nachladen" kostet kaum Zeit, erfordert keine ständige Kontrolle und verursacht kaum Stromkosten.

Die einzige Folge, welche ich sehe ist, dass man einige Tage nach dem Laden nochmal nachschaut, ob zumindest die Leerlaufspannung noch derjenigen einer intakten Zelle entspricht. "Belastungstests" sind schwierig durchzuführen, da sie einsatzabhängig sind.

Anwendungen mit unter 1 mA Stromaufnahme werden wohl auch wieder länger funktionieren, Anwendungen mit hoher Stromaufnahme (Spielzeug) werden wohl auch nach spätestens 1/2 Stunde wieder schlapp machen, Wetterstationen wie die Sinus (rein batteriebetrieben), mit geringer Stromaufnahme, aber kurzen Spitzenwerten beim Senden, sorry Empfangen im Zeitraster) funktionieren jetzt schon seit über vier Wochen mit "nachgeladenen" Zellen.

Eine echte Aussage zur wiedererreichbaren Kapazität ist wahrscheinlich schwer zu treffen, da es ja nicht dem Lebenszyklus einer Zelle entspricht, dass man sie innerhalb kurzer Zeit auf- und wieder entlädt und das innerhalb von vielleicht zwei Wochen. Das entspricht nicht der üblichen Einsatzdauer und ist meines Ermessens auch keine Aussage wert, man könne das "Auffrischen" über einen längeren Zeitraum hinweg gewährleisten. Dennoch - es funktioniert recht gut, wenn man selbst keine besonderen Anforderungen an eine "weit" erhöhte Lebensdauer der Zellen stellt.

Bei unserer Weihnachstbeleuchtung und Leucht-Deko funktioniert das bislang recht gut, auch wenn das Neubestücken der Batteriehalter in immer kürzeren Intervallen erfolgen muss. Wenn die "nachgeladenen" Zellen bei solchen Anwendungen keine 24 Stunden mehr halten, während frische Zellen fast 3 Wochen durchhalten, macht es natürlich keinen Spaß mehr. Bei drei bis vier Tagen ausreichender "Kapazität" kann man wahrscheinlich noch mit dem ständig zunehmenden Kapazitätsverlust leben. Irgendwann ist aber "Ende Gelände", dann müssen die "aufgefrischten" ebenfalls "aufgefrischten" Kollegen weichen oder wirklich durch neue ersetzt werden.

Solange man, je nach Anwendung damit leben kann oder möchte, ist das Konzept dennoch hilfreich, um das Recycling von Zellen hinauszuzögern ...

Gruß Hans
« Letzte Änderung: 20.01.2019, 17:42:11 von TheWeather »
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Offline TONI_B

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #114 am: 26.01.2019, 14:24:30
Ich konnte ca. 20 Batterien wieder aufladen! Bei einigen ging es nicht mehr, aber da war die Spannung bereits im Bereich von 1,0 bis 1,2V. Wie sich die wieder aufgeladenen Batterie im Betrieb verhalten, kann ich noch nicht sagen. Ich werde sie hauptsächlich in Geräten einsetzen, die wenig Strom brauchen. Sensoren der WS2000 Serie und Quarzuhren bzw. Funkuhren.

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
« Antwort #114 am: 26.01.2019, 14:24:30 »

Offline TheWeather

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #115 am: 28.01.2019, 16:59:42
Nachdem die Zeit der Weihnachtsbeleuchtung jetzt so langsam vorbei ist, tritt auch das Auffrischen von Zellen langsam wieder in den Hintergrund. Für diesen Zweck aber (LED-Ketten mit Batteriebetrieb) war das Auffrischen bei uns bestens geeignet. Die Einsatzdauer einer Zelle hat sich auf über das doppelte erhöht, auch wenn meine Gattin mit den immer kürzer werdenden Wechselintervallen (wegen abnehmender Kapazität) nicht gerade mehr begeistert war.

Immerhin, anfangs neue Zellen (vom in Nord und Süd bekannten Discounter) halten 3 Wochen, nach dem ersten Auffrischen noch knapp etwas über eine Woche, nach dem zweiten Refresh nochmals knapp unter einer Woche. Beim dritten und vierten Einsatz waren es dann nur noch knapp 4 und dann 3 Tage, beim fünften Auffrischen dann noch 2 Tage.  Zählt man die Einsatzdauer nach dem ersten Refresh zusammen, dann waren das nochmals knapp 3 Wochen weiterer Betrieb.

Jeden Tag nachladen und wechseln macht dann auch keinen Sinn mehr - aber testhalber wurden diese Zellen "ausgelutscht". Die nächsten Weihnachtsfeiertage kommen ja auch wieder und einige Deko-Stücke mit batteriebetriebener Beleuchtung haben wird das ganze Jahr über im "moderaten" Einsatz.

Eine neuen Einsatzort habe ich dennoch gefunden. Ich experimentiere jetzt des häufigeren mit Elektronik und einem Steckbrett im Rahmen von Spannungen von 3 bis 6, manchmal auch 9 V. Dazu lassen sich die aufgepäppelten Zellen auch gut einsetzen. Bevor ich ein Netzteil an seinem angestammten Platz verwende, benutze ich bei Experimenten lieber Batteriehalter mit aufgefrischten Zellen, die dann stets meist nur wenige Minuten im Einsatz sein müssen, aber wegen der nur kurzen Testzeiten dafür um so länger halten ...

Also - man kann mit einem Auffrischen von Alkaline-Zellen (meinetwegen auch über 5 x Aufladen hinweg) sicherlich gut leben, solange die Einsatzfähigkeit nur zeitweise benötigt wird. Die Erfolge sind besser, als ich ursprünglich angenommen hatte und ich wäre früher selbst nie auf die Idee gekommen, Alkaline-Zellen - zum normalen Gebrauch - "wieder aufladen" zu wollen.

Fazit aber: Es funktioniert, sofern man sich auf die Nachteile des Auffrischens einlassen kann und will. Für einen verlässlichen Einsatz sind immer neue Zellen anzuraten. Wenn's nicht so darauf ankommt oder die Stromentnahme nur sehr gering ist, dann tun auch aufgefrischte Zellen noch lange Zeit wieder ihre Arbeit.

So "dumm" ist die Idee mit dem Auffrischen von Alkaline-Zellen also nicht, auch wenn die Versprechungen der Werbung manchmal mehr Erfolg anpreisen, als real zu erzielen ist. Würde man seitens der Werbung etwas gefühlvoller mit dem Thema (aus Sicht des Endanwenders) ausgehen, dann dürften wahrscheinlich nicht mehr als 5 erfolgreiche Nachladezyklen (zumindest für Zellen, welche nicht testweise mal entladen, dann wieder nachgeladen werden und das innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Tagen) genannt werden.

Ich bin mit dem Ergebnis soweit zufrieden, meine Gattin tut sich etwas schwer (anscheinend weil sie unter "Aufladen" (wie bei Akkus) ein klein wenig etwas anderes versteht als ich), aber von dem Ergebnis des Experiments bin ich persönlich begeistert.

Mir ist bei den Tests bislang noch keine Zelle "unangenehm" aufgefallen - soll heißen: Es ist keine ausgelaufen, es wurde keine überladen und vor allem, es hat noch keine im Ladegerät gezischt oder geblubbert.

Ob alltagstauglich, entzieht sich meiner Kenntnis, weil ich natürlich nicht weiß, was man als Endanwender unter "Auffrischen" oder "Nachladen" versteht. Für den ein oder anderen ist das Verfahren brauchbar, für andere dagegen nicht. Das ist Ermessenssache und entzieht sich jeglicher Wertung.

Dies nun der letzte Beitrag für längere Zeit, da das Experiment abgeschlossen ist.

Liebe Grüße

Hans
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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #116 am: 05.02.2019, 10:57:24
So, dann gibt's doch noch einen kleinen Nachtrag ...

Die meisten Alkaline-Zellen halten auch eine Woche nach dem Auffrischen noch ihre Leerlaufspannung, die ich als erstes Kriterium heranziehe.

Es gibt aber auch Zellen, die alleine beim "Liegen lassen" wieder auf unter 1,1 V abgefallen sind. Von den ursprünglich vorhandenen 100 Zellen mussten knapp 30 ausgesondert werden (da waren aber auch "echt" alte dabei, welche mit "Use best before 2011" gekennzeichnet waren.

Jetzt musste ich nochmals 5 Zellen entsorgen, bei denen die Leerlaufspannung beim Liegen lassen wieder auf knapp unter 1 V gefallen war. Bleiben bei 100 (teils sehr alten) Zellen also noch 65, welche man nochmal einsetzen könnte. Es fragt sich dann halt nur, wie lange noch.

Eine einzige nachgeladene Zelle darunter hat sich aber tatsächlich (außerhalb des Ladegeräts) beim "Liegen lassen" mit einem leisem Geräusch verabschiedet. Sie lag in einer Schale mit den aufgefrischten Zellen und :-) ich war dabei. Nach einem kleinem "Plopp", so ähnlich als wenn einem ein Bleistift auf den Teppich-Boden fällt, gab es danach noch ein harmloses Zischen für knapp 5 sec und ich wusste zunächst nicht, woher das Geräusch kam.

Es war aber tatsächlich eine der aufgeladenen Zellen, welche an der Minus-Seite (Kathode) Elektrolyt in Form kleiner Knötchen abgeblasen hat. Eine "Schweinerei" war das nicht gerade, aber man konnte die Zelle sofort erkennen und ausortieren. Ob das ein Effekt des Nachladens war oder einfach das Ende des Lebenszyklus einer Zelle konnte ich jetzt nicht ableiten. Ursprünglich neue Zellen, wenn sie nur lange genug gelagert oder in Betrieb sind, machen das auch - meist unbemerkt - ich hatte das nur noch nicht im Beisein erlebt.

Das soll den Erfolg der "Nachlade"-Aktionen nicht schmälern, aber ich möchte auch gerne die eher unerfreulichen Ereignisse schildern, welche damit verbunden sein könnten.

Es "fliegt einem" also nichts um die Ohren, es spritzt auch nichts meterweit. Ein "Puffffft" und ein für wenige Sekunden anhaltendes Zischen (Futzel-Brutzel) sind Alles, das man vernehmen kann. Die Zelle war dann einfach fertig ...

Gruß Hans
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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #117 am: 05.02.2019, 13:39:23
Ja, das kann ich auch bestätigen: einige der Batterien, die ich nachgeladen hatte, haben nach zwei Wochen Lagerung wiederum knapp 1,2V. Aber das dürften jene gewesen sein, die auch bereits vor dem Nachladen nur diese 1,2V hatten. Einige andere haben noch immer >1,5V oder arbeiten brav in Fernbedienungen oder Uhren.

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #118 am: 05.02.2019, 20:28:18
Ich hatte bei den Tests die Alkaline-Zellen vieler Hersteller oder Vertreiber in den Fingern.

Ausnahmslos alle schreiben auf den Mantel der Zelle "Nicht wieder aufladen", "Do not recharge", "Ne pas recharger", ...

Dass es doch geht, haben die Versuche in diesem Thread, hoffentlich mit genügend Erfahrungsberichten und unter Bezug auf das verwendete Ladegerät, aufzeigen können.

Ob auf den Zellen nun "Made in Poland", "Made in EC" oder "Made in China", ... drauf steht, hat keine große Bedeutung. Wer sich erinnert weiß, dass "Made in Germany" mal Ende des 19. Jahrhunderts als Diskreditierung deutscher Produkte in Grossbritannien gedacht war - mittlerweile ist es ein Gütesiegel, aber auch andere Hersteller müssen sich nicht mehr wegen der Herkunft ihrer Produktes verstecken. OK - wenn ein Produkt mit "Made in Absurdistan" gekennzeichnet wäre, würde ich an den 1. April denken.

Was also unterscheidet Zellen vom Discounter von solchen der Markenhersteller?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, da einfach Stichproben über die Menge aller handelsüblichen Zellen nicht durchgeführt wurden und wegen der Vielzahl auch nicht durchgeführt werden konnten.

Nun gibt es aber Kandidaten (OK - niemand mag als Hersteller das Auffrischen gebrauchter Zellen), welche beim Auffrischen deutlich über dem Durchschnitt liegen. Es sind meist die Zellen von bekannten Marken, welche sich auch mehrere Auffrischungen gefallen lassen. Die billigeren Zellen vom Discounter lassen das nicht so oft mit sich machen - zumindest mein Fazit.

Ganz oben auf der Liste der "Bekömmlichen" stehen die Zellen vom "rosa Hasen" (Duracell) - gleich was irgendwelche Rezensionen sonst so behaupten. Dann folgen die Markenbatterien bekannter Hersteller wie z.B. Varta. Bei Zellen mit OEM-Aufdruck weiß man nicht, woher sie stammen, aber auch Zellen mit "Sony"-, "Toshiba"-Aufdruck scheinen von einem verlässlichen Hersteller zu stammen.

Dann gibt es auch OEM-Zellen, z.B. "Mars", welche ebenfalls gute Ergebnisse nach dem Auffrischen zeigten, auch Zellen mit dem Aufdruck "Active Energy" lieferten meist gute Ergebnisse.

Man kann diese alle aber nicht über einen Kamm scheren. Deren Gebrauch ist als "einmalig", also als  "nicht wiederaufladbar" deklariert. Insofern verbietet sich fast eine Wertung, bei welchen Zellen das Auffrischen nun besser funktioniert, als bei anderen.

Das sind aber meine Ergebnisse aus einer statistisch nicht verwertbaren Grundmenge. Einzelne Exemplare können besser oder auch schlechter sein, als bisherige Tests das vermuten lassen.

Über die "Kapazität" einer neuen Zelle habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht - weil schlecht unter realen Betriebsbedingungen nachweisbar. Ist eine Zelle mit nur 800 mAh (Milliamperestunden), die sich ein Dutzend mal "nachladen" lässt  nun schlechter als eine Zelle, welche knapp 1.500 mAh verspricht, sich aber beim "Nachladen" nicht mehr reaktivieren lässt?

Das ist alles ein Bastel-Objekt. Das Auffrischen funktioniert zwar, aber die "best geeignete Zelle" lässt sich bei der geringen Anzahl von Versuchen nicht ermitteln.

Es gibt also keine Empfehlung, bestimmte Zellen zu bevorzugen. Jede Zelle verhält sich anders. Die eine "bläst" irgendwann ab, die nächste (auch vom gleichen Hersteller) lässt sich widerstandslos 5 x nachladen. Es bleibt ein Experiment, mit welcher Zelle man ein "Aufladen" erfolgreich durchführen kann.

Ja, das Ergebnis ist nicht unbedingt zielführend, aber es soll auch nur zum Abschätzen möglicher Fehlschläge oder erzielten Erfolgen behilflich sein.

Gruß Hans     
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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
« Antwort #118 am: 05.02.2019, 20:28:18 »

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Re: Handelsübliche Batterien wieder aufladen
Antwort #119 am: 19.02.2019, 13:36:21
So, zu den vorherigen Tests dann noch eine Anmerkung:

Von den wieder aufgefrischten Zellen haben einige während der Lagerzeit dann doch "abgeblasen", soll heißen, sie sind ausgelaufen (zwei von knapp siebzig aufgefrischten Zellen).

Ob das ein Effekt des Nachladens ist oder ob diese Zellen auch ohne weiteres Zutun ebenso irgendwann ausgelaufen wären, kann und will ich nicht unterscheiden.

Es scheint jedoch empfehlenswert, speziell die aufgefrischten Zellen in einem Behältnis aufzubewahren (z.B. auch Plastikbeutel), damit solche Zellen keinen weiteren Schaden beim "frei rumliegen" durch auslaufendes Elektrolyt anrichten können. 

Gruß Hans
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