Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy  (Gelesen 247 mal)

Offline Nette

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Liebe Wettergemeinde,
diese hübschen und durchaus zauberhaften Sturmglasbarometer nach General Fitzroy (will nicht wissen, wieviel Besatzung dem abhanden gekommen ist bei dieser Vorhersagegenauigkeit) habe ich als Wetterfreak natürlich auch und konnte all die Jahre noch keinen Zusammenhang bei der Veränderung der Kristallverformungen in dieser Kampferflüssigkeit mit dem Wetter herstellen.

Aber sie verändern sich, auch wenn die Raumtemperatur immer gleich bleibt, nur welche Resonanzen da einwirken, ist mir schleierhaft. Der Luftdruck ist es nicht, manchmal die Raumtemperatur, ist es sehr warm über 26 Grad ist die Flüssigkeit klar, aber neulich zeigte sich eine sehr auffällige Kristallisation, Draussen brütende Hitze, drinnen nicht unter 26 Grad und dann diese Kristalle. Das hat mich dann doch sehr neugierig gemacht und mir ist - da ich nun noch andere Beobachtungsparameter mit einbeziehe etwas aufgefallen, dass sich noch nicht wissenschaftlich unterstützen lässt, weil keine Forschung zu dem Thema gemacht wurde, doch mit dem richtigen Blick, der wie so oft fehlt, um was zu verstehen könnte sich nun etwas auftun.
Ich habe nun schon dreimal erst bemerkt, dass sich die Kristalle immer dann sehr auffällig deutlich entwickeln wenn ein Sonnenhalo an Cirrus zu beobachten ist. Dazu müssen ja die hexagonalen Eisplättchen allesamt horizontal ausgerichtet sein, damit sich das Licht so gleichmässig darin brechen kann, diese Situation ist nicht immer gegeben, deshalb gibt es ja auch nicht immer Halos. Aber wenn, dann tut sich was in dem Sturmglas.
Früher galten Halos um Sonne und Mond als Wetterverschlechtrungszeichen.....also könnte damit dieses Barometer in Zusammenhang stehen, könnte - ich muss weiter beobachten - das Ding macht mich ganz verrückt. Oder wegen all der Störfrequenzen und dem ganzen Funksalat funktionert diese Geschichte einfach nicht mehr wie vor 300 Jahren...auch möglich....
Bin gespannt, ob hier schon jemand Erfahrungen hat?
LG
Nette
alles Wetter oder was?

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Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
« am: 20.07.2019, 10:07:45 »

Offline Wetterfreak1995

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Re: Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
Antwort #1 am: 20.07.2019, 10:36:11
Hallo Nette,

ich hatte vor einiger Zeit eine Korrelationstabelle bezüglich meiner Sturmgläser angelegt. Wenig überraschend ergab sich, dass vor allem die Temperatur für das Kristallwachstum verantwortlich ist. Zum einen trägt T(t) zur Entwicklung des Wachstums bei, aber auch T'(t) ist ein entscheidender Faktor. Wenn es draußen sehr warm ist, und die Temperatur innerhalb kurzer Zeit um mehrere Grad fällt, scheint sich innerhalb der Lösung ein Temperaturgradient zu bilden, der an den Außenwänden des Glases Kristalle bildet und durch Konvektion zum "Schneefalleffekt" beiträgt. Ist der Temperaturgradient gering und die Temperatur kühler, kommt es zu einer schwächeren Konvektion. Die Lösung steigt sehr langsam in der Mitte auf und entlastet die Kristalle, die sich nun bilden. Damit können diese wachsen, bis diese Konvektion aufgrund steigendes Widerstandswertes zum (teilweisen) erliegen kommt. Nun brechen die Kristalle ab.
Diese Temperaturveränderung sorgen, bei Aufstellung im Freien, dafür dass sich vor Schlechtwetter entsprechende Strukturen bilden. Jedoch, und das ist besonders interessant, verursachen auch andere Ereignisse eine Reaktion im Glas. Denn bei nahezu identischen Ausgangssituationen kommen unterschiedliche Ergebnisse zum tragen. Meine Vermutung ist, dass das chaotische Verhalten beim Fehlen von externen Faktoren innerhalb des Glases überwiegt und geringste Anfangswerte zu einer extremen Antwort des Systems führen können (Schmetterlingseffekt). Die Beobachtungen sollen in naher Zukunft fortgesetzt werden. :)
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Offline LE-Wetter

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Re: Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
Antwort #2 am: 21.07.2019, 14:39:48
Ich habe 2007 oder 2008 von Wetterfreak1995 zwei Sturmgläser bekommen. Eins läuft immer noch - farblich aber sehr eingegilbz, während das andere seinen Geist aufgegeben hat.
Ich hatte aber in den Jahren nur wenig veränderte Strukturen gehabt in beiden Gläsern. Wenn sie "gearbeitet" haben, dann beide
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Offline Nette

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Re: Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
Antwort #3 am: 21.07.2019, 16:18:20
Lieben Dank für Eure Antworten. Bin gespannt was noch für Beobachtungen kommen :confused:
Viele Grüsse von Nette
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Offline Jürgen

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Re: Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
Antwort #4 am: 21.07.2019, 23:38:58
Hier wurden schon über mehrere Jahre Sturmblasbeobachtungen gemacht und auch ein kleines Fazit gezogen.

https://tempsvrai.de/sturmglas-forschung.php
Jürgen

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Re: Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
« Antwort #4 am: 21.07.2019, 23:38:58 »

Offline Nette

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Re: Erfahrungen mit Sturmglasbarometer von Fitzroy
Antwort #5 am: 24.07.2019, 10:28:46
Lieber Jürgen,
tausend Dank für diesen Link. Das klärt ja nun endlich alles auf, eine wirklich gute Arbeit scheint das zu sein. Dann wird das bei mir so gewesen sein, dass sich diese intensive Kristallbildung gerade zur Zeit der  Hitzewellen und deren Tag-und Nacht-Temperaturdifferenzen so deutlich zeigt. Tagsüber über 25 Grad in dem Raum, wo es steht, nachts dann aber um drei Grad runter, weil Nachts die Fenster aufstehen und die Kristalle bilden dann intensive Strukturen. Ich dachte schon es seien möglicherweise diese geheimnisvollen Energien des Kosmos, die da einwirken. Also eindeutig die Temperaturschwankungen.
Es lebe die Wissenschaft und der Fleiss derer, die daran einen Anteil haben.
Gruss von Anette
alles Wetter oder was?